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sommer 2010

Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser,

es fängt schon beim allmorgendlichen Blick in den Kleiderschrank und der Überlegung, was könnte ich heute mal überziehen wollen, an. Wenn man nicht in einem der immer seltener werdenden Berufe mit eng gestecktem Dresscode arbeitet, ist tägliches, kreatives Umgestalten nötig, geschlechterübergreifend inzwischen. Wenn ich also weiter in den Schrank schaue, sehe ich da mindestens 40 Jahre Popkultur hängen, in den verschiedensten Variationen. Diesen Anblick teilen nicht nur Fashion Victims, sondern sehr viele, ganz normale Menschen, auf der Straße, in den Medien. Popkultur, so scheint es, ist überall und der Kapitalismus, gegen den die popaffinen Subkulturen der 1960er und 70er Jahre opponiert haben, ist auch immer noch da.

Ist also der Eindruck, dass die Kulturindustrie im adornoschen Sinne ihr Verblendungswerk bereits vollendet hat, richtig, oder lassen sich nicht doch emanzipatorische Strategien im Popkomplex ausmachen, die einer nüchternen, konsum- und mythenkritischen Analyse standhalten? Wir möchten Ihnen zwei Projekte aus unserem Förderprogramm vorstellen mit der Bitte um Überprüfung: Sowohl unsere Stipendiatin Jeannette Petri als auch das kommende Projekt des Nassauischen Kunstvereins Wiesbaden zur Street Art arbeiten in diesem Feld unter der Prämisse kultureller Selbstaneignung.

Für dezidierte Gesellschaftskritik auf je eigene Art sind die beiden Künstler Thomas Zipp und Jimmie Durham bekannt: Lassen Sie sich verstören in ihren Ausstellungen in Frankfurt und Kassel. Außerdem ist voraussichtlich ab Herbst 2010 das neu erworbene Gemälde von Isaak Soreau in Schloss Philippsruhe zu besichtigen, das eine der aufschlussreichsten Sammlungen zu Kunst und Wirkung der wallonisch-niederländischen Religionsflüchtlinge in Hessen beherbergt.

Zum Schluss noch eine interne Mitteillung: Unsere längjährige, sturmerprobte Finanzexpertin in der Geschäftsstelle, Frau Edith Mukherjee, hat sich in den Ruhestand verabschiedet. Auf Wiedersehen und vielen, vielen Dank für Ihre Freundlichkeit und die tolle Zusammenarbeit!!! Als ihren Nachfolger begrüßen wir ganz herzlich Herrn Dr. Utz Sponholz, der am 1. Mai das Ressort übernommen hat. Wir freuen uns auf eine anregende Haushaltsführung.

Es bleibt, Ihnen einen schönen Sommer zu wünschen

Ihre
Eva Claudia Scholtz
Geschäftsführerin

retrospective

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