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sommer 2014

Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser,

die Gestaltung von städtischem Raum und von Landschaft, Gärten und Parkanlagen steht im Zentrum unserer Sommerausgabe: Drinnen und draußen, wie sieht es dort aus und wie sollte es sich verändern? Regionale Landschaftsentwicklung ist das vorrangige Ziel von Gartenbau-Ausstellungen; sie finden in Deutschland regelmäßig sowohl in Bundes- als auch Landesinitiativen statt. Ebenso regelmäßig richten sich dabei kontroverse Perspektiven darauf, was einer Verbesserung von Lebensqualität und Ökologie zuträglich sei. Im Kontext der kürzlich eröffneten Landesgartenschau Gießen 2014 schalten sich einige künstlerische Positionen in diese Debatte ein.

Das Unbehagen an einer scheinbar linear und in tradierten Hie-rarchien prosperierenden Welt ist als Theorem der postmodernen Kritik seit den frühen 1980er Jahren formuliert worden. Verbunden mit dem Plädoyer für pluralistische Konzepte kann das heißen: ein Nebeneinander von Gattungen, Stilen und Epochen etwa in der Kunst oder auch soziale und politische Teilhabe von Vielen an gesellschaftlichen Entscheidungen und Prozessen. Wir stellen Ihnen in diesem Zusammenhang aus dem Bereich Bildung die Freie Kunstakademie Frankfurt e. V. vor und auch die aktuelle Ausstellung des Deutschen Architekturmuseums in Frankfurt, das, selbst ein Flaggschiff der Postmoderne, zum 30. Geburtstag eine Revision seiner Gründerzeit vornimmt. Mit regionalen und internationalen Bezügen zu Stadt, Architektur sowie Fragen der Partizipation beschäftigt sich ebenfalls unser Stipendiat Jeronimo Voss, dessen Projekte wir Ihnen auf der Künstlerseite vorstellen.

Für eine differenzierte Sicht der Welt sind wir auch auf mediale Vermittlung angewiesen, auf Bilder, die Realität dokumentieren und kommentieren. Der Fotografie sind eben diese Eigenschaften eingeschrieben, wenngleich mit enormen technischen, gestalterischen und Bedeutungsveränderungen. Fotogeschichte haben bemerkenswert zahlreich Fotografinnen geschrieben: Zur Generation der Pionierinnen zählte die in Frankfurt und später in Hofheim am Taunus lebende Fotografin und Pädagogin Marta Hoepffner, deren Lebenswerk die Hoepffner-Gesellschaft weiterführt.

Wir möchten an dieser Stelle an die Fotojournalistin Anja Nie-dringhaus (1965 – 2014) erinnern, die am 4. April 2014 in der afghanischen Ortschaft Banda Khel, Provinz Chost an der Grenze zu Pakistan, erschossen wurde. Sie war mit ihrer kanadischen Kollegin Kathy Gannon vor Ort, um über die Präsidentschaftswahl in Afghanistan am nächsten Tag zu berichten. Die beiden Frauen wurden in ihrem Wagen von einem afghanischen Polizisten angegriffen, Kathy Gannon überlebte das Attentat schwer verletzt.

Die Pulitzer-Preisträgerin Anja Niedringhaus berichtete seit über zwanzig Jahren aus Krisen- und Kriegsgebieten für internationale Nachrichtenagenturen wie european pressphoto agency und Associated Press. Sie hat als „Zeitzeugin“, wie sie ihr berufliches Selbstverständnis in einem Interview beschrieb, die mili-tärischen Konflikte in Bosnien, dem Irak, Syrien, Libyen und Afghanistan dokumentiert. Ihre eindringlichen Fotografien zeigen als zentrales Thema immer die Menschen – im Grauen und im Alltag des Krieges. Anja Niedringhaus’ Arbeiten sind in zahlreichen Ausstellungen und Sammlungen vertreten, unter anderem in Frankfurt am Main im Museum für Moderne Kunst und zuletzt 2013 als Preisträgerin des Abisag Tüllmann-Preises in der Heussen-stamm-Galerie.

Ihre
Claudia Scholtz
Geschäftsführerin

retrospective

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