Heinz Bienefeld, Zeichnung St. Bonifatius, Ansicht ADeutsches Architekturmuseum: Heinz Bienefeld, Zeichnung St. Bonifatius, Ansicht A, Foto: DAM
Deutsches Architekturmuseum: Heinz Bienefeld, Zeichnung St. Bonifatius, Ansicht A ©
St. Bonifatius, AußenansichtDeutsches Architekturmuseum: St. Bonifatius, Außenansicht, Foto: Wolfgang Voigt
Deutsches Architekturmuseum: St. Bonifatius, Außenansicht ©

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baukunst

Das Deutsche Architekturmuseum (DAM) in Frankfurt am Main sammelt unter anderem auch die Nachlässe wichtiger deutscher Architekten, etwa die von Dominikus und Gottfried Böhm, von Verena Dietrich oder Oswald Mathias Ungers. 2016 konnte mit Unterstützung der Hessischen Kulturstiftung und der Kulturstiftung der Länder dazu das Werkarchiv des Rheinländers Heinz Bienefeld (1925 – 1995), das bereits seit 1999 als Dauerleihgabe im DAM aufbewahrt wurde, endgültig gesichert werden.

Der eher zurückhaltende Architekt realisierte neben einigen wenigen öffentlichen Gebäuden, kleineren Kirchen und einem Kindergarten vor allem private Wohnhäuser. Er galt lange als stiller Außenseiter, seine sorgfältigen Planungen und handwerklich detailreichen Ausführungen waren allerdings bei Kennern sehr geschätzt. Bienefeld hatte, zunächst geschult an Mies van der Rohes modernen Bauten in seiner Heimatstadt Krefeld, ein Studium an der Kölner Werkkunstschule bei Dominikus Böhm absolviert. Nach einigen Jahren in den Büros seines Professors Böhm und des Kirchenarchitekten Emil Steffan machte er sich 1963 selbstständig. Tief beeindruckt von italienischer Architekturgeschichte, den Villen Andrea Palladios und den antiken Bauten in Ravenna, Rom und Pompeji entwickelte Heinz Bienefeld eine eigene, nahezu schon postmoderne Formsprache. Die Auseinandersetzung mit zeitgenössischen und historischen Bauideen wird kennzeichnend für seinen Stil: Er bevorzugt Ziegelmauerwerk und Glas in oberflächensensiblen Umsetzungen, entwirft selbst alle Baudetails bis hin zu den Fensterbeschlägen und Türklingeln, die er in Kleinstauflagen herstellen lässt, ohne auf Massenproduktionen zurückzugreifen.

Neben dem Gemeindezentrum St. Bonifatius in Wildbergerhütte-Reichshof (1974) realisierte Bienefeld unter anderem das Haus Wilhelm Nagel in Wesseling-Keldenich (1966), das Haus Pahde in Köln-Rodenkirchen (1972) und das Haus Schütte in Köln-Müngersdorf (1978). Erst mit der Neubewertung postmoderner Architektur in den 1980er Jahren wurde die überzeugende Schönheit von Bienefelds Architektur auch in der Fachwelt anerkannt. Erst posthum 1996 wurde sein Lebenswerk mit dem Großen Preis des Bundes Deutscher Architekten ausgezeichnet, 1999 folgte die erste Retrospektive im DAM.

  • Architektennachlass Heinz Bienefeld
  • Deutsches Architekturmuseum
  • Schaumainkai 43
  • 60596 Frankfurt am Main
  • Telefon 069 / 21 23 88 44
  • Öffnungszeiten Di, Do – So 11 – 18 Uhr, Mi 11 – 20 Uhr
  • www.dam-online.de
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