Institut Mathildenhöhe: Entwurf Albin Müller; Ausführung: Gail’sche Dampfziegelei und Tonwarenfabrik, Wasserbecken Lilienbecken, Mathildenhöhe, Darmstadt, 1914Institut Mathildenhöhe: Entwurf Albin Müller, Ausführung: Gail’sche Dampfziegelei und Tonwarenfabrik, Wasserbecken Lilienbecken, Mathildenhöhe, Darmstadt, 1914 © Nikolaus Heiss
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Institut Mathildenhöhe: Abb. Fliesen: Entwurf William De Morgan, Bedford Park Daisy (Yellow), 1882 – 1888, plastischer Ton, handbemalt, glasiert; T. & R. Boote, Fliese mit Blumenornament, ca. 1900 – 1915; T. & R. Boote, Fliese mit Blumenornament, ca. 1900 – 1915, alle Abb. Fliesen: © Institut Mathildenhöhe, Städtische Kunstsammlung Darmstadt, Englische Jugendstilfliesen-Sammlung Inge Niemöller, Fotos: Gregor Schuster
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geschenk

Mit einem kleinen, aber wirkungsvollen Baudetail befasst sich das Institut Mathildenhöhe, das, selbst im Renovierungsmodus, die Ateliers im Museum Künstlerkolonie als Ausstellungsfläche nutzt. Englische Jugendstil-Fliesen sind dort zu sehen, eine exzellente Auswahl der handlichen Allzweck-Verkleidung, die um 1900 einen enormen Boom verzeichnete.

Tonplatten für Böden und Wände sind für ihre frühe Verbreitung in den arabischen und römischen Gebieten bekannt, und auch die große Popularität von Nutz- und Dekorkeramik in Portugal, Spanien und den Niederlanden ab dem 16. Jahrhundert. Die Fliesenkonjunktur im Jugendstil entwickelte sich aus den damals neuen maschinellen Herstellungsverfahren einerseits und der technisierungskritischen Arts-and-Crafts-Bewegung der zeitgenössischen Künstler und Designer auf der anderen Seite. Im Spannungsfeld zwischen Massenprodukt und kunsthandwerklichem Unikat kam die Fliese mit ihren hygienischen und dekorativen Qualitäten in vielen Alltagsbereichen zum Einsatz. Ein originäres Gestaltungsthema also auch für britische Künstler wie William Morris und William De Morgan und die Darmstädter Mitglieder der Künstlerkolonie Joseph Maria Olbrich, Peter Behrens und Hans Christiansen.

Die Ausstellung Ornament im Quadrat präsentiert erstmals einen besonderen Bestand, der 2015 durch eine testamentarische Schenkung in den Besitz der Städtischen Kunstsammlung Darmstadt gelangte: Die Sammlerin Inge Niemöller (1928 – 2015) hatte ihre Kollektion von rund 600 Fliesen aus der Zeit von 1850 bis 1930 dem Institut Mathildenhöhe vermacht.

  • Ornament im Quadrat
  • Die Jugendstilfliesen-Schenkung Inge Niemöller
  • Bis 28. Mai 2017
  • Institut Mathildenhöhe Darmstadt
  • Museum Künstlerkolonie
  • Olbrichweg 15, 64287 Darmstadt
  • Telefon 06151 / 13 33 85
  • Öffnungszeiten Di – So 11 – 18 Uhr
  • www.mathildenhoehe.eu
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