Radierung und Kupferstich, 440 × 354 mm, Städel Museum, Frankfurt am Main, Foto: Städel Museum
William Hogarth (1697 – 1764): Hogarth beim Malen der komischen Muse, 1764 ©

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vielfüßig

Das Frankfurter Städel Museum feiert sein 200-jähriges Bestehen in diesem Jahr mit zahlreichen Ausstellungen und Veranstaltungen. Die älteste bürgerliche Museumsstiftung in Deutschland rückt zum denkwürdigen Anlass die eigene Sammlungsgeschichte in den Blick, mit aktuellen Forschungen auch zu Gründungsbeständen, die aus der privaten Kollektion des Bankiers und Stifters Johann Friedrich Städel (1728 – 1816) in das Haus kamen.

Neben rund 500 Gemälden gehörten zur Städelschen Kunstsammlung zahlreiche zeitgenössische Druckgrafiken, so auch die des englischen Malers, Kupferstechers und Radierers William Hogarth (1697 – 1764). Die berühmten Werkfolgen A Harlot’s Progress (Der Weg einer Dirne)A Rake’s Progress (Der Weg eines Liederlichen) und Marriage à la Mode (Die Heirat nach der Mode), die Hogarth international bekannt machten, hatte Städel wahrscheinlich selbst erworben: als gebundene, 110 Blätter umfassende Edition, die 1795 von dem englischen Verleger John Boydell herausgegeben worden war.

Die Ausstellung Laster des Lebens zeigt diese und weitere druckgrafische Werke des „Comic History Painters“ aus den Jahren 1730 bis 1760. Hogarth begründete mit seinen „modern moral subjects“, wie er seine anspielungsreich erzählten, gesellschaftskritischen Szenen aus der Metropole London selbst nannte, ein neues Genre. In seinen Bildmischungen aus traditionellen Kompositionsformen und polemischen Kommentaren zu tagesaktuellen Ereignissen in Politik und Gesellschaft lässt sich über das aufgeklärte England ebenso lesen wie über die Kommerzialisierung von Kunst und Literatur und den Prozess von Meinungs- und Pressefreiheit. Nicht zuletzt und sehr gegenwärtig auch darüber, was Satire kann und darf.

  • Laster des Lebens. Druckgrafik von William Hogarth
  • 10. Juni – 6. September 2015
  • Städel Museum
  • Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main
  • Telefon 069 / 605 09 80
  • Öffnungszeiten Di, Mi, Sa, So 10 – 19 Uhr, Do, Fr 10 – 21 Uhr
  • www.staedelmuseum.de
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