frühling 2020

Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser,

ich hoffe, Sie haben die Rutschpartie in das neue Jahr gut überstanden und konnten bei dem frischen Schwung, den jeder Übergang mit sich bringt, an Ihren guten Vorsätzen festhalten! Jedenfalls kann man sich dieser Tage nicht über einen Mangel an Bewegung beklagen. Es wird nach rechts gerückt und nach links, die innere Mitte gesucht und auf die Straße gegangen. Der Klimawandel treibt uns vor sich her, und während uns immer noch Luft zum Scherzen und Zweifeln zu bleiben scheint, sind Flucht, Verfolgung und Aussichtslosigkeit an vielen Orten der Welt bittere Realität. Wie also fällt man gesündere, bewusstere, kreative Entscheidungen?

Halten Sie an Ihren guten Vorsätzen fest, bleiben Sie aktiv! Die Frühlingsausgabe unseres maecenas steckt jedenfalls voller Bewegung. Der Nassauischen Kunstverein in Wiesbaden zeigt in der Doppelausstellung Der Zeit ihre Kunst / Der Kunst ihre Freiheit künstlerische Aktivisten und politische Kunst. „Vers sacrum – Heiliger Frühling“ proklamierte auch die Wiener Secession, deren Motto der Ausstellungstitel wiedergibt, und die ihre Abspaltung vom akademischen Kunstbetrieb als Aufbruch für eine neue, zeitgenössische Kunst verstand.

Zu seinem 200. Geburtstag stellt das Landesmuseum Darmstadt das Jubeljahr unter das Motto Universales Denken und feiert mit zahlreichen Ausstellungen ein Denken, dass nicht nur in Bewegung bleibt, sondern hinter die Horizonte einzelner Disziplinen blickt. Die naturwissenschaftliche und die kunst- und kulturhistorische Sammlung eines der ersten öffentlichen Museen Deutschlands mögen auch Joseph Beuys inspiriert haben, dessen bekanntes Porträt vor einem Mastodon in Darmstadt entstand. Dort widmet sich die Ausstellung Kraftwerk Block Beuys der umfassenden Rauminstallation und Aktivierungsmaschine, die der Künstler vor 50 Jahren in Darmstadt installierte – eine Ouvertüre zum 100. Beuys-Geburtstag im nächsten Jahr.

Eine bemerkenswerte künstlerische und zwischenmenschliche Beziehung wird uns in der Ausstellung Lebensmenschen – Alexej von Jawlensky und Marianne von Werefkin in Wiesbaden vor Augen geführt, in der auch der neueste Sammlungszuwachs zu sehen ist: Als Ausgangspunkt einer ästhetischen Suche verdeutlicht ein jüngst erworbenes Stillleben des russischen Expressionisten die künstlerische Arbeit an einem genuinen Ausdruck und ergänzt eine der bedeutendsten Sammlungen weltweit um ein rares Frühwerk.

Das DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum in Frankfurt zeigt in einer Ausstellung das bewegte Leben des Schauspielers Maximilian Schell, der sich als Kosmopolit und Künstler über Grenzen hinwegbewegte. Textskizzen und Eindrücke einer Reise an den Rändern Europas können Sie wiederum im Bericht unseres Stipendiaten Deniz Eroglu nachverfolgen – und sich zu eigenen Abenteuern inspirieren lassen.

Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre!

Eva Claudia Scholtz
Geschäftsführerin

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