Hypersensitive (Blowing things out of proportion) II, 2017, inkjet print on Dibond, framed, 165 × 110 cm, Installationsansicht zur Performance Anthony von Josh Johnson in der Ausstellung Re: Re: Black Macho. Unleash the Queen, 2018, PPC Philipp Pflug Contemporary, Frankfurt, Foto: Wolfgang Günzel
Hypersensitive (Blowing things out of proportion) II, 2017, inkjet print on Dibond, framed, 165 × 110 cm, Installationsansicht zur Performance Anthony von Josh Johnson in der Ausstellung Re: Re: Black Macho. Unleash the Queen, 2018 ©

James Gregory Atkinson

Geboren 1981

Atelierstipendium der Hessischen Kulturstiftung 2017/2018:
New York

New York steht mit seiner europäischen Prägung und seinen Nischenkulturen mehr als andere amerikanische Städte für die Freiheit des Selbstausdrucks. James Gregory Atkinson setzte sich während seines Stipendienaufenthalts mit den Arbeitsbedingungen, dem Selbstverständnis und der öffentlichen Sichtbarkeit der queeren Kunstszene der Afroamerikaner auseinander. Schon vor seinem Auslandsaufenthalt hatte sich der Deutsch-Amerikaner seit mehreren Jahren mit der Identität und medialen Inszenierung der People of Color auseinandergesetzt. Der Schwerpunkt der Arbeit des in Bad Nauheim geborenen Künstlers liegt auf den Medien Fotografie und Film.

In New York ging Atkinson intensiv dem Vermächtnis der Schriftsteller und LGBT-Aktivisten Essex Hemphill (1957­–1995) und Joseph Beam (1953–2016) sowie des Filmproduzenten Marlon Riggs (1957–1994) nach. Ihre Themen waren Homophobie, Rassismus und Entfremdung. Der Künstler forschte in den Archiven des Schomburg Center for Research in Black Culture und der Gay Men of African Descent (GMAD). Seine Recherchen wurden zum Ausgangspunkt seiner Kritik an gesellschaftlich geprägten Ausdrucksformen von Sexualität und Geschlecht. Bereits in der Frankfurter Ausstellung Re: Re: Black Macho. Unleash the Queen, die der Künstler 2018 in der Galerie PPC kuratierte, setzte er sich mit der „Politik des Körpers“ auseinander.

Am Anfang seines künstlerischen Verfahrens stehen meist vorgefundenes Bildmaterial und Textrecherchen. In der weiteren Bearbeitung verschränkt er das Gesehene nicht selten mit seiner eigenen Person. In den Close-up-Fotografien Hypersensitive (Blowing things out of proportion) etwa verwandelte er seine Augen mit speziell gestalteten Kontaktlinsen in irritierende Körperbilder.

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