© VG Bild-Kunst, Bonn 2016
Niki de Saint Phalle: Abguss des Bühnenbildmodells für Lysistrata, 1966 ©
Fotografie
Niki de Saint Phalle vor Lysistrata-Plakat, 1966 ©

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Ihre bunt bemalten, riesigen Nanas sind weltberühmt, ebenso der Giardino dei Tarocchi bei Grosseto in der Toskana oder der Strawinski-Brunnen vor dem Centre Pompidou, den sie zusammen mit dem Künstler und Lebenspartner Jean Tinguely gestaltet hat. Die Bildhauerin, Malerin und Performerin Niki de Saint Phalle (1930 – 2002), in Paris geboren, in den USA aufgewachsen und 1952 nach Europa zurückgekehrt, hat mit ihren sinnenfreudigen Werken ein feministisches Label geschaffen: ähnlich populär wie das der zeitgenössischen Künstlerheroen, in den 1960er und 70er Jahren auch ähnlich umstritten und dann banalisiert.

De Saint Phalle arbeitete autodidaktisch zunächst als Aktionskünstlerin, attackierte etwa mit ihren Schießbildern die Symbole der Männerwelt. Mit der begehbaren, liegenden Frauenfigur Hon (Sie), die sie zusammen mit Jean Tinguely und Per Olof Ultvedt 1966 im Moderna Museet in Stockholm installierte, begann ihre internationale Karriere – und auch, weniger bekannt, ihre Arbeit am Experimentierfeld Theater: Der damalige Regisseur am Staatstheater Kassel Rainer von Hessen aka Rainer von Diez lud die Künstlerin ein, für die Inszenierung der antiken Komödie
Lysistrata Kostüme und Bühnenbild zu entwerfen. Es entstanden großformatige Installationen für die Bühne, die bis heute nicht an Humor und Überzeugungskraft verloren haben. Angeregt durch diese aktive Arbeit am Theater schrieb de Saint Phalle dann ein eigenes Theaterstück mit dem Titel ICH, das 1968 in Zusammenarbeit mit Rainer von Diez anlässlich der 4. documenta uraufgeführt wurde.

Das langjährige Forschungs- und Ausstellungsprojekt der Opelvillen Rüsselsheim legt den Schwerpunkt auf die Theaterarbeit der Künstlerin. Mit über 100 Objekten, Modellen, Siebdrucken, Plakaten und teils bisher unbekannten Film- und Originaldokumenten der Künstlerin rekonstruiert die Ausstellung die Wechselwirkungen zwischen Bühne und plastisch-bildnerischer Kunst vor dem Hintergrund der emanzipatorischen Bewegungen der 1960er Jahre.

  • Niki de Saint Phalle und das Theater
  • At Last I Found the Treasure
  • 7. Dezember 2016 – 12. März 2017
  • Kunst- und Kulturstiftung, Opelvillen Rüsselsheim
  • Ludwig-Dörfler-Allee 9, 65428 Rüsselsheim
  • Telefon 06142 / 83 59 07
  • Öffnungszeiten Mi 10 – 18 Uhr, Do 10 – 21 Uhr, Fr – So 10 – 18 Uhr
  • www.opelvillen.de
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