Arbeitsskizze Robert Schumann, zu Szenen aus Goethes Faust (WoO3), Sign. 5D 8167 Lr.

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faust

Wenn ein lange vermisstes Kunstwerk wieder auftaucht, steht der Kunstmarkt Kopf. Kulturgüter, gerade auch solche, die mit großem öffentlichen Interesse an der Bewahrung und Erforschung historischen Erbes einzustufen sind, gehören längst zu den Blue Chips im internationalen Investmentgeschäft. Eine Rarität, wie die vor Kurzem angebotenen handschriftlichen Vorarbeiten Robert Schumanns (1810 – 1856) zu seinem Oratorium Szenen aus Goethes Faust anzukaufen, ist dann nur durch institutionelle Beteiligungen möglich. So wurde dieser Erwerb für das Frankfurter Goethe-Museum von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, der Kulturstiftung der Länder, der Hessischen Kulturstiftung, der Fritz Thyssen Stiftung, der Rudolf-August Oetker-Stiftung sowie privaten Spendern finanziert.

Das historische Konvolut, 65 Blätter mit Noten- und Textschriften von Robert Schumann, war in der Musikwissenschaft zwar bekannt, aber Jahrzehnte lang nicht zugänglich in Privatbesitz. Die Arbeitsskizzen veranschaulichen den schwierigen Prozess in Schumanns Auseinandersetzung mit den hochkomplexen Faust-Stoffen: Eine Herausforderung, die sich über Jahre hinzog, von ersten Exzerpten aus dem Goethe-Text 1844 bis zur Komposition der Ouvertüre 1853. Der Komponist, Dirigent und Musikkritiker Schumann war ein besessener Leser, bewandert in der Literatur und Philosophie, und vor allem ein lebenslanger Bewunderer der Goethe-Literatur.

Die dreiteilige Komposition Szenen aus Goethes Faust für Solo­stimmen, Chor und Orchester ist ein Schlüsselwerk in Schumanns sinfonischem Œuvre – ein Highlight romantischer Musik in der Goethe-Rezeption. Zum 100. Geburtstag des Dichterfürsten 1848/49 wurde zunächst die dritte Abteilung Fausts Verklärung, noch von Schumann selbst dirigiert, in Dresden uraufgeführt. Die vollständige Fassung kam aber erst nach seinem Tod 1862 in Köln zur Uraufführung.

Ein in mancherlei Hinsicht epochales Ereignis für die Musik- und Literaturgeschichte der Romantik also, dessen materieller Nachlass hervorragend die einschlägigen Frankfurter Sammlungen ergänzt. Die kostbaren Exponate sind für das Deutsche Romantik-Museum vorgesehen, das voraussichtlich 2020 eröffnet wird.

  • Freies Deutsches Hochstift – Goethe-Museum Frankfurt
  • Großer Hirschgraben 23 – 25
  • 60311 Frankfurt am Main
  • Telefon 069 / 13 88 00
  • Öffnungszeiten: Mo – Fr 10 – 18 Uhr, So 10 – 17.30 Uhr
  • www.goethehaus-frankfurt.de
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