Hessen kulturell neu eröffnen

Förderprogramm

„Hessen kulturell neu eröffnen“ heißt das Programm des Landes Hessen mit einem Fördervolumen von rund 50 Mio. Euro.  Es ermöglicht den in der Pandemie durch Schließungen, Entlassungen und den Wegfall von Jobs strapazierten Kunst- und Kulturschaffenden sowie Kulturorten einen Neustart und fördert zugleich gezielt innovative Kunst- und Vermittlungsansätze. Das Programm besteht aus verschiedenen Bausteinen:

Übergang meistern · Arbeitsstipendien
Die Bewerbungsphasen für die Arbeitsstipendien innerhalb des Kulturpakets des Landes Hessen sind abgeschlossen. Hier erfahren Sie mehr über das weitere Verfahren.

Innovativ neu eröffnen · Projektstipendien
Die Bewerbungsphase für die Projektstipendien ist nun abgeschlossen. Hier erfahren Sie mehr über das weitere Verfahren.

editorial

Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser,

Geschenke sind mächtige und gelegentlich zwiespältige Werkzeuge in zwischenmenschlichen Beziehungen; davon kann nicht nur Laokoon ein Lied singen. Das griechische Geschenk an Troja als kriegsentscheidende List ist ein prominentes Beispiel dafür. Üblicherweise etabliert oder stärkt das Schenken als altruistische Geste eine positive zwischenmenschliche Beziehung und ist – zumindest oberflächlich – nicht mit einer Erwartung oder gar einer Gegenleistung verknüpft. Sehr wohl aber können Geschenke auch Kinder trösten, uns anderen gewogen machen, zu einer Versöhnung führen oder zu einem Geschäftsabschluss. In der Soziologie werden Präsente entsprechend als soziale Sanktion bezeichnet, als ein Akt der Einflussnahme. Dabei zeigt sich die Intention des Schenkenden gelegentlich recht schnell, etwa im Falle Trojas. Vielleicht rührt unsere Freude daran, Geschenke zu verpacken, auch daher, ihre Funktion zwischen Gabe, Ware oder Täuschung noch ein wenig in der Schwebe zu halten.

Das Geschenk und seine diffusen Einflussnahmen sind ein Aspekt der jüngsten Arbeit Gift von Julian Irlinger, die er mithilfe eines Reisestipendiums der Hessischen Kulturstiftung im Archiv des Wende Museums in Los Angeles entwickelt hat. In diesem Museum, das sich der deutschen Wiedervereinigung widmet, untersuchte er den Prozess der Geschichtsschreibung anhand der Archivierung von Artefakten und Dokumenten. Dabei hat er aus seiner Familienbiografie eine eigene Gabe für das Archiv entwickelt, die als authentisches Artefakt und zugleich als Kunstwerk im Archiv den Prozess der Geschichtsschreibung beeinflusst.

In diesem Jahr feiern wir außerdem im Herbst das 30. Jubiläum der deutschen Wiedervereinigung! Das Schleifen der Grenze hat dabei nicht nur zu einer Vereinigung der beiden deutschen Staaten geführt, sondern zu einem kreativen Prozess, der die Grenze selbst transformierte, zu einem Museum, Mahnmal und Naturschutzgebiet.

Grenzüberschreitungen zeichnen auch die beiden Künstler aus, die wir Ihnen in diesem maecenas vorstellen möchten. Im Fridericianum in Kassel beschäftigt sich der Klangkünstler und Komponist für elektronische Musik Tarek Atoui mit dem Verhältnis von Klang, Form und Bewegung. Und mit einem umfassenden Katalog zur Ausstellungstätigkeit des Künstlers Marcel Broodthaers legt MMK-Direktorin Susanne Pfeffer eine umfassende Publikation zum Werk dieses Avantgardisten vor, in dessen Kunst sich Schrift und Bild über mediale Grenzen hinweg bewegen. Als Schaffender wie als Kurator gelangen Broodthaers auch Bedeutungstransformationen seiner Objekte hin zu einer Kritik des Kulturbetriebs und des Kunstmarkts. Ob Kunst Gabe oder Ware ist oder wie sie sich zu diesen Werten verhält, ist darüber hinaus zentrales Thema in den Arbeiten des Belgiers.

In eigener Sache begrüßen wir Dr. Sylvia Metz als unsere neue Beauftrage für das Stipendienprogramm der Hessischen Kulturstiftung und den Bereich Künstlerförderung. Herzlich willkommen im Team!

Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre

Eva Claudia Scholtz
Geschäftsführerin

ausstellungen

05. 09. 2020 – 
18. 10. 2020
Giulietta Ockenfuß und andere, Creating a „We“, basis, Gutleutstraße 8-12, Frankfurt

Vernissage am 4. September von 14 bis 20 Uhr

www.basis-frankfurt.de

04. 09. 2020 – 
22. 11. 2020
Petra Trenkel, Thomas Kilpper und andereFeatures: 10 Sichten auf Berlin, Museum Nikolaikirche, Nikolaikirchplatz, Berlin

Vernissage am 3. September 2020 von 15 bis 20 Uhr

www.stadtmuseum.de

03. 09. 2020 – 
14. 11. 2020
Nathalie Grenzhaeuser, Black Ice / White Sea, Weißfrauen Diakoniekirche, Weserstraße 5, Frankfurt

Sonderveranstaltung The White Sea Cyclus Ende Oktober

www.diakonie-frankfurt-offenbach.de

28. 08. 2020 – 
29. 11. 2020
Jana Euler u. a. , The Home: Rentals, Experiences, Places. Manifesta 13, Musée Grobet-Labadié, 140 Boulevard Longchamp, 13001 Marseille, F
26. 08. 2020 – 
08. 11. 2020
Susa Templin und andere, In weiter Ferne so nah: AArtist-in-Residence-Programm 2016–2020, HaL, Haus am Lützowplatz, Lützowplatz 9, 10785 Berlin
05. 08. 2020 – 
20. 10. 2020
Laura Schawelka,Vicarious, Eikon, Österreichisches Institut für Photographie und Medienkunst, Museumsplatz 1, 1070 Wien
19. 06. 2020 – 
05. 10. 2020
Pia Linz und andere, Gezeichnete Stadt – Arbeiten auf Papier von 1945 bis heute, Berlinische Galerie – Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur, Alte Jakobstraße 124 – 128, 10969 Berlin
13. 06. 2020 – 
09. 10. 2020
FORT und andere, Lichtparcours 2020, Stadt Braunschweig

Magazin maecenas

Im vierteljährlich erscheinenden Magazin maecenas berichtet die Hessische Kulturstiftung über aktuelle Förderungen: Hier finden Sie Informationen über laufende Ausstellungen, die jüngsten Erwerbungen und Neuerscheinungen ebenso wie Arbeitspräsentationen von Künstlern aus dem Stipendienprogramm. Immer mit dabei ist auch ein Überblick über Aktivitäten ehemaliger und aktueller Stipendiatinnen und Stipendiaten.







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Ich bin damit einverstanden, dass mir die Hessische Kulturstiftung das vierteljährlich erscheinende Magazin maecenas kostenlos per Post zusendet und hierzu meine Daten elektronisch verarbeitet. Meine Daten werden ausschließlich zu diesem Zweck genutzt. Insbesondere erfolgt keine Weitergabe an unberechtigte Dritte.

Mir ist bekannt, dass ich meine Einwilligung jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen kann. Dies kann ich über folgende Kanäle tun: per E-Mail an: info@hkst.de oder postalisch an: Hessische Kulturstiftung, Luisenstraße 3 (Hinterhaus), 65185 Wiesbaden. Es gilt die Datenschutzerklärung der Hessischen Kulturstiftung, die auch weitere Informationen über Möglichkeiten zur Berichtigung, Löschung und Sperrung meiner Daten beinhaltet.





Die Hessische Kulturstiftung begrüßt die Stipendiaten des Turnus 2019/20. 
Die Hessische Kulturstiftung hat an vierzehn Künstlerinnen und Künstler Stipendien für freie Reisevorhaben und einjährige Aufenthalte in den stiftungseigen Atelier in London, New York und Paris vergeben.

stehend: Deniz Eroglu (Reisestipendium Georgien, Kasachstan, Usbekistan u.a.), Jan Schmidt (Reisestipendium Montevideo), Charlotte Malcolm-Smith (Atelierstipendium London), Julian Irlinger (Culver City, Kalifornien), Christin Berg (Atelierstipendium Paris), Marcello Spada (Reisestipendium Afrika, Indonesien, Niederlande u.a.), Bianca Baldi (Reisestipendium Marseille, Addis Abeba), Stefan Cantante (Atelierstipendium London), hockend: Giulietta Ockenfuß (Reisestipendium Mexiko), Zuzanna Czebatul (Reisestipendium New York), Raul Walch (Reisestipendium Namibia), Julia Haller (Atelierstipendium New York) / [Auf dem Foto fehlen: Felix Breidenbach (Atelierstipendium New York) und Elif Erkan (Atelierstipendium Paris)]