Brückenstipendien im Kulturpaket II:

Perspektiven öffnen – Vielfalt sichern

Hessen legt für Künstlerinnen und Künstler, Spielstätten und Kultureinrichtungen aus Hessen ein weiteres Unterstützungspaket auf, das die Belastungen durch die Corona-Pandemie abfedern und kulturelle Arbeit ermöglichen soll. Insgesamt 30 Millionen Euro stehen zur Verfügung. Damit werden Brückenstipendien für Künstlerinnen und Künstler gefördert, Liquiditätshilfen für Kultureinrichtungen und Spielstätten finanziert sowie Beratungsangebote der Kulturverbände eingerichtet und ein Programm für Open-Air-Kultur in den Sommermonaten angestoßen.

Brückenstipendien für Künstlerinnen und Künstler
Die Hessische Kulturstiftung wird die neu konzipierten Brückenstipendien vergeben, um Kulturschaffenden aller Sparten eine finanzielle Brücke in die Zeit nach der Pandemie zu bauen. Das Programm soll Mitte März starten. In Zukunft finden Sie weitere Informationen zur Antragsstellung auf der Seite Brückenstipendien.

Liquiditätshilfen und Open-Air-Kultur
Zu den Hilfen für Kultureinrichtungen, Beratungsstellen und Open-Air-Programme informieren Sie sich bitte auf der Webseite des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst.

editorial

Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser,

wie halten Sie es mit dem Abstand? Vielleicht rollen Sie mit den Augen, seufzen, sprechen von einer Notwendigkeit, von Anstrengung. Wenn wir zurzeit von Abstand reden, sprechen wir von den Regeln der Pandemie, die uns nun schon seit fast genau einem Jahr in die Beschränktheit unserer privaten Räume einsortiert. Hier haben wir Abstand von allem – außer von uns selbst vielleicht. Es ist also verzeihlich, wenn wir genug haben von der Entfernung zu unseren Mitmenschen, zur Kultur und uns wieder ein wenig mehr Distanz zu uns selbst wünschen.

Wie notwendig ein gebührender Abstand ist, um einen Sachverhalt beurteilen zu können oder das Große und das Ganze eines Gegenstandes zu erfassen, lehrt uns hingegen die Wissenschaft. Kunst und Kultur zeigen uns die Vielfalt der Abstände, sie haben die Freiheit, uns in neue Verhältnisse zu setzen, verdrehen und verfälschen gewohnte Perspektiven: Sie schaffen Nähe, wo keine ist, machen unsere Distanziertheit im Beisammensein offensichtlich und bieten uns – selbst in digitaler Form – etwas Abstand von uns selbst.

Wir freuen uns sehr, diese wichtige Arbeit mit einem neuen Kulturförderprogramm und Brückenstipendien gemeinsam mit dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst weiterhin unterstützen zu können. Ab Mitte März können sich freischaffende Künstlerinnen und Künstler aus Hessen wieder bewerben!

Wir hoffen außerdem sehr, dass in nicht allzu ferner Zukunft die beiden Ausstellungen, die wir Ihnen in dieser Ausgabe vorstellen, auch besucht werden können. Prehns Bilderparadies: Die einzigartige Sammlung eines Frankfurter Konditors der Goethezeit zumindest lässt sich auch mit Abstand genießen, da die Sammlung von 32 Kabinettschränken mit über 800 klein- und kleinstformatigen Gemälden und Fragmenten auf der Internetseite des Historischen Museums in Frankfurt auch digital zugänglich ist.

Die retrospektive Ausstellung zum zehnten LICHTER Art Award, die aufgrund der Pandemie erst in diesem Jahr stattfinden soll, zeigt die bereichernde Nähe von Film, bildender Kunst und Performance.

In der Sammlung Nekes, die sich mit der Vor- und Frühgeschichte des Kinos beschäftigt und die jetzt anteilig für das DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum in Frankfurt erworben werden konnte, dreht sich alles um den Zauber, der zwischen den Bildern entsteht, in dem für unsere Augen nicht mehr wahrnehmbaren Abstand zwischen einem Moment und dem nächsten.

Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre

Eva Claudia Scholtz
Geschäftsführerin der Hessischen Kulturstiftung

ausstellungen

02. 05. 2021 – 
29. 08. 2021
Zuzanna Czebatul, Mario Pfeifer und andere, Der Katalysator: Joseph Beuys und Demokratie heute, Museum Morsbroich, Gustav-Heinemann-Straße 80, 51377 Leverkusen
16. 04. 2021 – 
11. 06. 2021
Bianca Baldi, Cameo, Grazer Kunstverein, Burggasse 4, 8010 Graz
16. 04. 2021 – 
31. 05. 2021
Martin Wenzel, Surfshop, Philipp Pflug Contemporary, Berliner Straße 32, 60311 Frankfurt am Main  
01. 04. 2021 – 
30. 04. 2021
Anne Imhof, Natures Mortes, Palais de Tokyo, 13 Avenue du Président Wilson, 75116 Paris (ab April geplant)
01. 04. 2021 – 
21. 09. 2021
Haegue Yang, Strange Attractors, Tate St Ives, Porthmeor Beach, St Ives, Cornwall TR26 1TG

Magazin maecenas

Im vierteljährlich erscheinenden Magazin maecenas berichtet die Hessische Kulturstiftung über aktuelle Förderungen: Hier finden Sie Informationen über laufende Ausstellungen, die jüngsten Erwerbungen und Neuerscheinungen ebenso wie Arbeitspräsentationen von Künstlern aus dem Stipendienprogramm. Immer mit dabei ist auch ein Überblick über Aktivitäten ehemaliger und aktueller Stipendiatinnen und Stipendiaten.









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    Ich bin damit einverstanden, dass mir die Hessische Kulturstiftung das vierteljährlich erscheinende Magazin maecenas kostenlos per Post zusendet und hierzu meine Daten elektronisch verarbeitet. Meine Daten werden ausschließlich zu diesem Zweck genutzt. Insbesondere erfolgt keine Weitergabe an unberechtigte Dritte.

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    Die Hessische Kulturstiftung begrüßt die Stipendiaten des Turnus 2019/20. 
    Die Hessische Kulturstiftung hat an vierzehn Künstlerinnen und Künstler Stipendien für freie Reisevorhaben und einjährige Aufenthalte in den stiftungseigen Atelier in London, New York und Paris vergeben.

    stehend: Deniz Eroglu (Reisestipendium Georgien, Kasachstan, Usbekistan u.a.), Jan Schmidt (Reisestipendium Montevideo), Charlotte Malcolm-Smith (Atelierstipendium London), Julian Irlinger (Culver City, Kalifornien), Christin Berg (Atelierstipendium Paris), Marcello Spada (Reisestipendium Afrika, Indonesien, Niederlande u.a.), Bianca Baldi (Reisestipendium Marseille, Addis Abeba), Stefan Cantante (Atelierstipendium London), hockend: Giulietta Ockenfuß (Reisestipendium Mexiko), Zuzanna Czebatul (Reisestipendium New York), Raul Walch (Reisestipendium Namibia), Julia Haller (Atelierstipendium New York) / [Auf dem Foto fehlen: Felix Breidenbach (Atelierstipendium New York) und Elif Erkan (Atelierstipendium Paris)]