Video Installation, 7’20’’, Videostill, Courtesy des Künstlers
Anne-Julie Raccoursier: Noodling, 2006 ©
Holztisch, Verstärker, elektronischer Apparat, zwei Holzstühle, Fotografie, 91,2 x 152,5 x 79,6 cm, Collection du Musée d’art Contemporain de Lyon © Laurie Anderson­, Foto: Blaise Adilon
Laurie Anderson: Handphone Table, 1978 ©
Courtesy John Cage Trust
John Cage: Water Walk, (TV-Performance), 1960 ©

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a house full of music

FLUXUS ist in Darmstadt: Zum 100. Geburtstag von John Cage (1912 – 1992) präsentiert das Institut Mathildenhöhe epochen­übergreifende Grundlagenforschung zu den Fragen, die schließlich auch das Fluxus-Netzwerk ab den 1950 / 60er Jahren in Bewegung setzten: In einem weit gespannten Blick über das gesamte 20. und 21. Jahrhundert untersucht das wissenschaftliche Team um Direktor Dr. Ralf Beil parallele Gestaltungsmerkmale und Arbeitsstrategien in der Musik und der Bildenden Kunst.

Schon im Übergang vom 19. zum 20. Jahrhundert entstehen in der Abkehr von traditionellen Akademieregeln und Salon­gewohnheiten mediale Annäherungen, etwa mit den offenen Kompositionen von Eric Satie und Marcel Duchamps künstlerischen und musikalischen Grenzüberschreitungen. Ausgehend von einem Prolog zu diesen beiden frühen Protagonisten entwickelt die Ausstellung mit Klangräumen, Projektionen, Objekten, Partituren, Gemälden und Installationen von rund 110 Künstlerinnen und Künstlern, Musikern und Komponisten eine interdiszi­plinäre Übersicht bis in die Gegenwart. Im Zentrum dieses Jahrhundertpanoramas steht der Großmeister der Neuen Musik, John Cage: Er ist mit einem Gesamtwerk von rund 250 Kompositionen und seinen musiktheoretischen Schriften einer der einflussreichsten Musikdenker des 20. Jahrhunderts, auch einer der experimentierfreundigsten Sprengmeister in beinahe allen künstlerischen Gattungen. Cage hatte in Kalifornien bei Arnold Schönberg und in New York indische Philosophie und Zen-Buddhismus studiert, er lebte und arbeitete mit dem Tänzer und Choreografen Merce Cunningham zusammen, war mit Joseph Beuys und Nam June Paik im FLUXUS unterweg. Er war Lehrer, Maler, Grafiker, geehrt durch unzählige Preise, Auszeichnungen und Aufführungen.

Was aber macht nun diese Überschneidungen von Musik, Kunst und Alltagswelt über die Zeit aus? Für die nach einem Werk von Cage betitelte Ausstellung werden methodische Kategorien herangezogen, die die verschiedenen künstlerischen Disziplinen vergleichbar machen sollen. In einem je eigenen Strategieraum wer­den wir also vielfältige Kunst- und Musikwerke zu den Be­griffen speichern, collagieren, schweigen, zerstören, rechnen, würfeln­, fühlen, denken, glauben, möblieren, wiederholen und spielen erleben können – ein Haus voll mit Musik und Kunst fürwahr und dazu ein breites Veranstaltungsprogramm, das überläuft in die Bild­hauerateliers und das historische Wasserreservoir auf dem Terrain der Mathildenhöhe, von dort weiter hinein in die Darmstädter Clubs, ja eigentlich in die ganze Stadt. Selbstverständlich sind auch die diesjährigen 46. Internationalen Ferienkurse für Neue Musik eingebunden u. a. mit einem großen John Cage-Projekt unter Mitwirkung des Ensemble Modern und der Jungen Deutschen Philharmonie. Man kann sogar im John-Cage-Bahnhof ankommen, das aber nur im Juli.

  • A House Full of Music. Strategien in Musik und Kunst
  • Bis 9. September 2012
  • Institut Mathildenhöhe Darmstadt
  • Olbrichweg 13, 64287 Darmstadt
  • www.mathildenhoehe.eu
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