Tusche mit Rohrfeder über Bleistift, aquarelliert, 29,9 × 39,8 cm
Peter Kurzeck: Gießen, Selterstor, 1963 ©

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weit um gießen

Peter Kurzeck, der Schriftsteller, gehört mit seinen autobiografisch geprägten Romanen, Essays und Hörspielen zu den wichtigen Chronisten in der deutschen Nachkriegsliteratur. Der 1943 in Tachau, Sudetenland, geborene Autor kam mit seiner Familie als Flüchtling nach Staufenberg bei Gießen, lebte seit 1977 in Frankfurt am Main und später auch im französischen Uzès. Er schrieb und sprach, dann in freier Rede, über seine Zeit, über Kindheitsorte und Erlebnisse von seinen zahlreichen Reisen, so, dass daraus eindrückliche Gesellschaftsporträts lesbar wurden. 2013 ist er, inzwischen überregional bekannt und ausgezeichnet, in Frankfurt gestorben.

Dass der Schriftsteller als junger Mann, wenn auch nur für kurze Zeit, auch Maler war, wussten bis dato nur enge Freunde und Familienmitglieder. Erst während der Recherchen zu einem interdisziplinären Studienprojekt in den Fachbereichen Germanistik und Kunstgeschichte der Justus-Liebig-Universität wurden die in Kurzecks Schriften eingestreuten Referenzen zur Malerei überraschend materialisiert. Auch durch die Vermittlung der 2014 gegründeten Peter-Kurzeck-Gesellschaft konnten umfangreiche Bestände eines bildnerischen Werkes in seinem Nachlass identifiziert werden: eine Reihe von Ölbildern auf Leinwand und Malpappe und rund 250 farbige Arbeiten auf Papier, die zwischen seinem 15. und 23. Lebensjahr entstanden.

Das in Kooperation der Institute für Kunstgeschichte und Germanistik der Universität Gießen, der Universitätsbibliothek und dem Neuen Kunstverein Gießen entstandene dreiteilige Ausstellungsprojekt stellt die bildkünstlerischen Arbeiten von Peter Kurzeck vor. Aus den anfangs deutlich von damals populären Malern wie Maurice Utrillo oder Bernard Buffet beeinflussten Zeichnungen und Malereien entwickelte er in den 1960er Jahren eine eigenständige Bildsprache, die auch neue Perspektiven und Bezüge zu seinem literarischen Schaffen eröffnen kann. Ausführliche Informationen zu den einzelnen Veranstaltungsschwerpunkten finden Sie online auf www.kurzeck-maler.de.

  • „Zuerst eine Farbe, ein Bild, dann die Wörter dafür“
  • Drei Ausstellungen für Peter Kurzeck
  • Bis 3. April 2016
  • Veranstaltungsorte in Gießen:
  • KiZ Kultur im Zentrum, Südanlage 3a
  • Universitätsbibliothek Gießen, Otto-Behaghel-Straße 8
  • Neuer Kunstverein Gießen, Ecke Licher Straße / Nahrungsberg
  • www.kurzeck-maler.de
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