Inv.Nr.: docA MS d2-DCA-005-18.001-d02.022 © documenta Archiv / Fotografie: Günther Becker
bauhaus/documenta: Vision und Marke, Ausstellungsansicht des Treppenhauses des Museum Fridericianum mit Wirkteppich von Fritz Winter. Documenta 2 (1959) ©

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In der Vielfalt der Veranstaltungen anlässlich des Bauhausjahres 2019 lädt das documenta-Archiv in Kassel zu einem vergleichenden Blick auf zwei Institutionen ein, die Kunst und den Künstler als zentrale, formende Elemente der Gesellschaft auffassen. bauhaus/documenta: Vision und Marke lautet entsprechend der Titel der Schau, die ab 24. Mai in der Neuen Galerie in Kassel zu sehen ist. Bauhaus und documenta verkörpern als Schule und Kunstausstellung zwei grundlegend verschiedene Konzepte, beiden sind jedoch Wirkungsansprüche gemein. So erschöpft sich das Projekt bauhaus/documenta nicht an einer parallelen Darstellung beider Institutionen, sondern begreift die strukturellen Differenzen als Grundlage einer vergleichenden Reflexion.

Dabei werden Bauhaus und documenta als gesellschaftliche Laborsituationen aufgefasst, in denen von Idealismus getragene Gegenentwürfe zur gesellschaftlichen Gegenwart erprobt wurden und werden. Welche Bedingungen dazu notwendig sind, wie die künstlerische Praxis auf die Gesellschaft einwirken kann, untersucht die Ausstellung anhand von Fotos und Dokumenten in verschiedenen Kapiteln, die sich spannungsvollen Gegensätzen der beiden Institutionen widmen.

Das documenta-Archiv besteht seit 1961 als Gedächtnis der großen deutschen Kunstausstellung für zeitgenössische Kunst. Das Archiv hat über die Jahre Ausstellungskonzeptionen, Plakate und dokumentarische Fotokonvolute zur documenta archiviert, Pressefotos und Rezensionen zur jeweiligen Ausstellung und Spezifika zu Künstlern und Kuratoren angelegt – eine Fundgrube für die Erforschung der kuratorischen Praxis der documenta.

Das im Archiv abgelegte Wissen zu ordnen und zugänglich zu machen, ist das zentrale Anliegen des documenta-Archivs. In zahlreichen Ausstellungen, Symposien, Publikationen realisiert sich dieses Vorhaben und wird in Bälde durch eine virtuelle Ausstellung erweitert. bauhaus/documenta ist nicht zuletzt auch ein Pilotprojekt für das geplante documenta-Institut an der Universität Kassel, an dem die enge Kooperation von documenta-Archiv und interdisziplinärer Forschung in der Lehre weitergeführt wird.

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