Max Horkheimer Archiv, Universitäts­bibliothek Frankfurt
Seiten aus einem Adressbuch Max Horkheimers, Ende 1940er Jahre ©
Max Horkheimer Archiv, Universitätsbibliothek Frankfurt
Bundeskanzler Konrad Adenauer, Oberbürgermeister Walter Kolb (hinten) und Max Horkheimer, Universitätsfest 30. Juni 1952 ©
Max Horkheimer Archiv, Universitätsbibliothek Frankfurt;
Max Horkheimer auf der Gangway eines Flugzeugs ©
© Fotografie stefan moses, München
T. W. Adorno in der Serie „Selbst im Spiegel“, 1963 ©
Max Horkheimer Archiv, Universitätsbibliothek Frankfurt, Foto: Ursula Seitz, Frankfurt
Collagen aus einem Fotoalbum von Maidon Horkheimer, Ende 1930er oder Anfang 1940er Jahre ©
Max Horkheimer Archiv, Universitätsbibliothek Frankfurt, Foto: Ursula Seitz, Frankfurt
Collagen aus einem Fotoalbum von Maidon Horkheimer, Ende 1930er oder Anfang 1940er Jahre ©

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der wahre adorno

Zu den wichtigen Untersuchungen, die die Zeit der Gründung und die frühe Geschichte der Bundesrepublik aktuell ins Auge fassen, gehört zweifelsohne das Ausstellungs­projekt des Jüdi­schen Museums Frankfurt zur Frankfurter Schule: Die Remigration der als Frankfurter Schule bekannten Gruppe jüdischer ­Philosophen um Theodor W. Adorno, Max Horkheimer, Leo ­Löwen­thal und Friedrich Pollock sowie des Instituts für Sozial­forschung (IfS) aus dem amerikanischen Exil war für den Demokratisierungsprozess in Nachkriegsdeutschland von großer Bedeutung.

Als erste Forschungsstätte für den wissenschaftlichen Marxismus war das Institut für Sozialforschung, wie die Frankfurter Universität eine jüdische Stiftung, 1924 eröffnet worden. Ein kühnes Unternehmen, das im liberalen Klima des Neuen Frankfurt, im Kontext der sozialen Infrastruktur- und Reformpolitik Ludwig Landmanns und einer akademischen ideologiekriti­schen Modernisierung zu sehen ist. In der Nachfolge Carl Grünbergs wurde Max Horkheimer 1931 neuer Direktor des IfS. 1933 wurde das Institut wegen staatsfeindlicher Bestrebungen von der Gestapo geschlossen, die jüdischen Mitglieder entlassen.

Mit den folgenden Jahren des Exils in den USA beginnt auch der zeitliche Rahmen der Ausstellung. Sie zeichnet aus der Per­spekt­ive der Protagonisten die wissenschaftliche und persönliche Geschichte nach vom Anfang der 1940er Jahre bis zur Rückkehr der jüdischen Wissenschaftler und des Instituts nach Frankfurt um 1950 sowie die weiteren Entwicklungen bis in die Mitte der 1960er Jahre. Diese drei chronologisch angeordneten Ausstellungskapitel übergreift die vierte Station Jenseits des Nationalen, die die über das Exil hinaus reichenden transnationalen Netzwerke und Kommunikationsräume der Gruppe fokussiert. Denn längst nicht alle Vertreter der Kritischen Theorie konnten sich entschließen nach Deutschland zurückzukehren. Herbert Marcuse etwa blieb in den USA.

Als eine der einflussreichsten Gesellschaftstheorien des 20. Jahr­hunderts war die Kritische Theorie wegweisend für die Auseinandersetzung mit totalitären Strukturen: Ihre Analysen lieferten die Grundlagen für die weltweiten Studentenbewegungen von 1968, die Rezeption ist bis heute nicht abgeschlossen. Dass die Frankfurter Schule jedoch nicht ungebrochen als ein Teil deutscher Philosophietradition gelesen werden kann, versucht die Ausstellung des Jüdischen Museums herauszuarbeiten.

  • Die Frankfurter Schule und Frankfurt –
  • Eine Rückkehr nach Deutschland
  • 17. September 2009 bis 10. Januar 2010
  • Jüdisches Museum Frankfurt
  • Untermainkai 14 – 15
  • 60311 Frankfurt am Main
  • Telefon 069 / 212 350 00
  • Öffnungszeiten Di – So 10 – 17 Uhr, Mi 10 – 20 Uhr
  • www.juedischesmuseum.de
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