Gülsüm Güler: ohne Titel, 2013
digitaler Druck, 84,1 × 119,08 cm, courtesy of the artist
Gülsüm Güler: ohne Titel, 2013 ©
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Echo Release

Ausstellung mit Stipendiaten der Hessischen Kulturstiftung

Sunah Choi / Lukas Einsele / Nadine Fraczkowski / Gülsüm Güler /
Oliver Husain / Annette Kisling / Andrei Koschmieder / Pia Linz /
Shane Munro / Martin Neumaier / Peles Empire / Sascha Pohle /
Att Poomtangon / Katja Pratschke und Gusztáv Hámos / Mandla Reuter /
Nada Sebestyén / John Skoog / Adrian Williams / Haegue Yang

21. September – 24. November 2013
Nassauischer Kunstverein Wiesbaden / Wilhelmstraße 15

Kuratiert wird die Ausstellung von Aurélia Defrance und Anna-Viktoria Eschbach, Absolventinnen des Studiengangs Curatorial Studies – Theorie – Geschichte – Kritik der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main und der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste – Städelschule.

Eröffnung / Freitag, 20. September 2013, 18 – 21 Uhr

Zur Eröffnung am Freitag, 20. September 2013, 18 Uhr sprechen
Elke Gruhn / Nassauischer Kunstverein Wiesbaden
Ernst Wegener / Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst
Claudia Scholtz / Hessische Kulturstiftung
Dr. Stefanie Heraeus / Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt a.M.
Aurélia Defrance und Anna-Viktoria Eschbach / Kuratorinnen der Ausstellung

In einer globalisierten Welt, in der die Möglichkeiten an Informationen zu gelangen und die Bedingungen der Mobilität unvergleichbar einfacher geworden sind, ist ein ständiger Ortswechsel für Künstler/innen zur Normalität geworden. Die Ausstellung Echo Release bringt erstmals ehemalige und aktuelle Stipendiaten der Hessischen Kulturstiftung zusammen. Seit nunmehr 20 Jahren ermöglicht diese mit ihrem Reise- und Atelierstipendienprogramm Auslandsaufenthalte für bildende Künstler und Künstlerinnen, die in Hessen geboren wurden oder in Hessen leben.

Dass Künstler sich auf Reisen begeben, ist kein Phänomen der Gegenwart, sondern blickt auf eine lange Tradition zurück. Le Grand Tour entstand im späten Mittelalter als Reise für Adlige und ihr Gefolge, seit dem 18. und 19. Jahrhundert traten auch Künstler und Intellektuelle des aufgeklärten Bürgertums die klassische Bildungsreise an. Die Reisen gingen dabei in die Kunstmetropolen der damaligen Zeit wie Paris, Rom oder Florenz. Mit der Moderne erweiterte sich der Horizont der möglichen Ziele: Künstler reisten nun vermehrt auch an entlegene Orte wie die Südsee, in den Orient oder nach Asien.

Wie knüpft also die Künstlerreise im 21. Jahrhundert an diese lange Tradition an und inwiefern wird dies durch das Programm der Hessischen Kulturstiftung, die Ateliers in Paris, London, New York und jetzt auch in Istanbul anbietet, reflektiert? In der Ausstellung der künstlerischen Arbeiten, die während oder nach einem Auslandsaufenthalt entstanden sind, sollen deshalb auch Reisemotive und deren künstlerischer Ertrag betrachtet werden.

Die Auseinandersetzung von Künstlern mit Orten widersetzt sich vielfach der Vorstellung einer homogenen globalisierten Welt. Die Künstler befassen sich mit den Besonderheiten der bereisten Orte, sowohl in einer unmittelbaren Aufnahme, als auch in Form der Reinterpretation oder des Zitierens von vorgefundenen Traditionen und Bildwelten. Sie spielen mit Erwartungen und Klischees, die an Kulturen herangetragen werden, experimentieren mit dem Begriff des Exotismus oder lenken die Aufmerksamkeit auf politische und soziale Konflikte.

In anderen Herangehensweisen werden nicht die Besonderheiten eines Ortes herausgearbeitet, sondern ihre Dekontextualisierung und Undurchdringlichkeit in den Vordergrund gestellt. Orte dienen den Künstlern auch als Ausgangspunkte, um Geschichten aus diesen erwachsen zu lassen. Das Erstellen von Typologien und Porträts, von Räumen oder Individuen trägt zu einer Abstraktion bei, die bei einigen Arbeiten fast bis hin zu einer Ent-Ortung führt. Dabei lösen sich Bindungen zu realen Orten soweit auf, dass die Künstler die Orte selbst konstruieren.

Ein „Exotismusgefühl“, das beim Umrunden des Anderen oder Fremden entstehen kann, darf dabei nicht auf seine negative Konnotation reduziert werden. Vielmehr sollte es ganz im Sinne von Victor Segalen verstanden werden. In der Schrift Die Ästhetik des DiversenVersuch über den Exotismusstellt der französische Ethnologe ein neues Verständnis dieses Begriffes vor und betont die Fähigkeit anders aufzufassen.

So wird auch in den vorgestellten künstlerischen Positionen nicht ein Gegensatzpaar zwischen Vertrautem und Fremdem aufgebaut, sondern die Begriffe in all ihren Schattierungen untersucht.

Wir bedanken uns bei 3 deluxe Interior and Graphic Design, Wiesbaden / Barbara Wien Wilma Lukatsch, Berlin / Monique Behr, Wiesbaden / Der Blumenladen, Wiesbaden / Mike Carter, Wiesbaden / Clemens Erbach, Köln / Dominik Fink, Wiesbaden / Foxy Production, New York / Frankfurter Kunstverein / Karin Görner, Kunst:kommunikativ, Frankfurt a.M. / Stefanie Held, Stöer / Henkell & Söhnlein Sektkellerei KG, Wiesbaden / Dr. Stefanie Heraeus, Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt a.M. / Hessisches Landesmuseum Darmstadt / Prof. Nikolaus Hirsch, Staatliche Hochschule für Bildende Künste – Städelschule, Frankfurt a.M. / Nina Huber, Frankfurt a.M. / IHK Industrie- und Handelskammer, Wiesbaden / Kulturamt der Landeshauptstadt Wiesbaden / Itaba, Japanische Tisch- und Wohnkultur, Frankfurt a.M. / Nassauische Sparkasse, Wiesbaden / Prof. Pamela Lee, Stanford University, Stanford / Militärhistorisches Museum der Bundeswehr, Dresden / NASPA Stiftung Initiative und Leistung, Wiesbaden / Sophie von Olfers, Portikus, Frankfurt a.M. / Power Galerie, Hamburg / Uta Panthöfer, Hessische Kulturstiftung, Wiesbaden / Pitney Bowes, Heppenheim / R+V Versicherung, Wiesbaden / Prof. Juliane Rebentisch, Hochschule für Gestaltung Offenbach / Judith Rosenthal, English German Language Service, Frankfurt a.M. / SCHUFA Holding AG, Wiesbaden / Katharina Schwerendt, Berlin / VISTEC Internet Services GmbH, Wiesbaden / Wall AG, Mainz-Kastel / Marc Wansky, Fine German Design Frankfurt a.M. / Wiesbadener Volksbank / Carsten Wolff, Fine German Design Frankfurt a.M. …sowie den Mitgliedern und Freunden des NKV!

In Kooperation mit

Nassauischer Kunstverein Wiesbaden / Wilhelmstraße 15
www.kunstverein-wiesbaden.de

  • Echo Release
  • Stipendiaten der Hessischen Kulturstiftung
  • 21. September – 24. November 2013
  • Eröffnung: 20. September 2013, 18 Uhr
  • nkv Nassauischer Kunstverein Wiesbaden
  • Wilhelmstraße 15, 65185 Wiesbaden
  • www.kunstverein-wiesbaden.de
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