Fertigstellung posthum, Installationsansicht, Foto: Axel Schneider © Franz West Privatstiftung/mumok
Franz West: ohne Titel, 2012 ©

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west

Eine sehr große, rosafarbene Erscheinung aus Papiermaché hängt derzeit im Frankfurter Museum für Moderne Kunst von der Decke, davor zwei Stühle, auf denen man sitzen und das Ding betrachten soll. Virusmodell, Marsbewohner, Monsterkaugummi? Je nachdem, womit man selbst gerade so beschäftigt ist, könnte noch Anderes vor dem inneren Auge auftauchen, vielleicht ist da aber auch nur ein ironisches Nichts. Den Spielraum für diese Art Feststellung hat der Künstler Franz West (1947 – 2012) angeboten.

Die aktive Teilhabe des Betrachters am Kunstwerk war für den international renommierten Österreicher und passionierten Wiener zentrales Anliegen. Schon seit Beginn seiner künstlerischen Arbeit in den 1970er Jahren hat West die Frage nach der Autorschaft relativiert und die Rolle des Rezipienten als auch den Einfluss wechselnder Kontexte im Kunst- und Ausstellungsbetrieb hervorgehoben.

Sämtliche seiner plastischen Arbeiten sind zur direkten körperlichen Benutzung ausgelegt: Von Passstücken, Objekten aus Pappe, Gips oder Metall, die wie Auswüchse oder Prothesen an den Körper angelegt werden, über verschiedene Sitz- und Liegemöbel, die West vor museale Kunstwerke platzierte, bis hin zu großformatigen Sitzskulpturen für den Außenraum reichen seine auf einen ständigen, interaktiven Gestalt- und Bedeutungswandel hinweisende Installationen und Objekte. Seine künstlerische Praxis war eng verbunden mit philosophischen, sprachwissenschaftlichen und psychoanalytischen Diskursen. Für sein Lebenswerk wurde Franz West 2011 mit dem Goldenen Löwen der 54. Biennale die Venezia ausgezeichnet.

Die erste umfassende Retrospektive seines eigenständigen (und eigensinnigen) Werkes, die in Kooperation des Museums moderner Kunst Stiftung Ludwig in Wien und des Frankfurter Museums für Moderne Kunst entstand, hat der Künstler bis zu seinem Tod noch selbst begleitet.

  • Franz West
  • Wo ist mein Achter?
  • Bis 13. Oktober 2013
  • Museum für Moderne Kunst
  • Domstraße 10, 60311 Frankfurt am Main
  • Telefon 069 / 21230447
  • Öffnungszeiten Di – Do, Fr – So 10 – 18 Uhr, Mi 10 – 20 Uhr
  • www.mmk-frankfurt.de
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