Porträt Rudolf Olden
[Umschlagsentwurf von John Heartfield], Berlin: Malik-Verlag, 1933, anonym in Prag erschienen.
Rudolf Olden: Hitler, der Eroberer: die Entlarvung einer Legende von einem deutschen Politiker ©

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frisch besprochen

Zu den Sammlungsaufträgen der Deutschen Nationalbibliothek gehört im Rahmen der nationalbibliografischen Archivierung auch die Erfassung und Aufarbeitung deutschsprachiger Exilliteratur. Das am Standort Frankfurt angesiedelte Deutsche Exilarchiv 1933 – 1945 sammelt, erforscht und publiziert seit seiner ideellen Gründung 1948 Nachlässe, Archive und Sammlungen von während des NS-Regimes emigrierten Autorinnen und Autoren.

Das aktuelle Ausstellungsprojekt stellt den in der breiten Öffentlichkeit heute wenig bekannten Journalisten und Juristen Rudolf Olden (1885 – 1940) vor. Olden setzte sich nach der Erfahrung des Ersten Weltkriegs für Pazifismus und Menschenrechte ein, er warnte früh vor dem aufkommenden Nationalsozialismus. Nach 1918 schrieb er zunächst für die von Benno Karpeles gegründeten Wiener Blätter Der Friede und Der Neue Tag, deren Autorenkreis die Edelfedern der damaligen intellektuellen und politischen Publizistik versammelte: Egon Erwin Kisch, Thomas Mann, Robert ­Musil und Erich Mühsam gehörten ebenso dazu wie Maxim Gorki und André Gide. In den 1920er Jahren holte der Verleger Theodor Wolff Rudolf Olden nach Berlin in die Chef­redaktion des Berliner Tageblatts. Als einer der bekanntesten Journalisten seiner Zeit praktizierte Olden auch einige Jahre in seinem zweiten Beruf als Rechtsanwalt: Gemeinsam mit Max Alsberg, Alfred Apfel und Kurt Rosenfeld übernahm er 1929 die Verteidigung des Herausgebers Carl von Ossietzky im so genannten Weltbühne-Prozess, einem der spektakulärsten, politisch geprägten Strafverfahren gegen kritische Presseorgane in der Weimarer Republik.

1933 musste Rudolf Olden mit seiner Familie fliehen – und publizierte weiter aus dem Exil in Prag, Paris und später London.

Die monografische Ausstellung und das Begleitbuch der Deutschen Nationalbibliothek Frankfurt zeichnen sein vielschichtiges Werk und die wechselvolle Biografie detailliert nach.

  • Rudolf Olden – „Einer von zweihundert Leuten, auf die es ankommt“
  • (Kurt Tucholsky)
  • 25. März bis 28. Juli 2010
  • Deutsche Nationalbibliothek in Frankfurt am Main
  • Adickesallee 1
  • 60322 Frankfurt am Main
  • Öffnungszeiten Mo – Do 10 – 20 Uhr, Fr 10 – 18 Uhr, Sa 10 – 17 Uhr
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