Foto aus dem Bildarchiv der Jesuiten, unbekannter Fotograf, ca. 1930
Touristen an einem Schmuckstand im südlichen Afrika ©
Cover Publikation

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geschichte

Es ist eine ausgesprochen schwierige Aufgabe, ethnografische Sammlungen mit der notwendigen Kritik und Reinterpretation in eine zeitgenössische Institutionsform zu bringen; den Problemen eines „postethnografischen Museums“ stellt sich derzeit das Weltkulturen Museum in Frankfurt, sie sind prominent auch zu verfolgen in der Debatte über das geplante Humboldt-Forum und den Wiederaufbau des Stadtschlosses in Berlin.

Mit der Ausstellung und dem gleichnamigen Katalogbuch Ware & Wissen / Foreign Exchange (or the stories you wouldn’t tell a stranger) stellt das Frankfurter Institut ein Modell vor, das einerseits die kritische historische Auseinandersetzung mit der hauseigenen kolonialen Wissens- und Sammlungspolitik führen als auch methodologisch aktuelle, nicht-normative Darstellungsformate entwickeln soll.

Wie schon bei vorangegangenen Ausstellungsprojekten haben Museumsleiterin Dr. Clémentine Deliss und Dr. Yvette Mutumba, Forschungskustodin für den Bereich Afrika, gemeinsam mit Künstlerinnen und Künstlern stichprobenartig in den Archiven des Museums recherchiert – mit der Frage an die über 100-jährige Geschichte des Hauses: Welcher Art war die Verbindung zwischen dem Museum, dem globalen Handel, den Banken und der riesigen Sammlung ethnografischer Artefakte?

Es gelingt dieser Schau, die Geschichte des 1904 in der Hochzeit des deutschen Kolonialismus gegründeten und damals so genannten Völkerkundemuseums in einigen wesentlichen Aspekten greifbar werden zu lassen: Historische Forschungs- und Sammlungsmaximen, wie sie etwa unter der Leitung des Gründungsdirektors, des Tropenarztes und Ethnologen Bernhard Hagen (1853 – 1919), verhandelt wurden, zeigen konkrete Bezüge der Ethnografie zur Erschließung neuer globaler Märkte. In den Blick gerückt werden auch historische ethnografische Techniken, wie serielle Sammlungen von außereuropäischen Kulturgütern oder die Klassifizierung und Typologisierung von Menschen und materiellen Gütern in unzähligen Fotografien. Ausgewählte Beispiele werfen kompromittierende Fragen auf nach den Interessen der Forscher und Missionare hinter der Kamera.

  • Ausstellung und Publikation
  • Ware & Wissen / Foreign Exchange
  • (or the stories you wouldn’t tell a stranger)
  • Bis 4. Januar 2015
  • Weltkulturen Museum
  • Schaumainkai 29 – 37, 60594 Frankfurt am Main
  • Telefon 069 / 21 23 59 13
  • Öffnungszeiten Di, Do – So 11 – 18 Uhr, Mi 11 – 20 Uhr
  • www.weltkulturenmuseum.de
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