Museum Fridericianum mhk, Musée national du château, Fontainebleau
Louis Dupré: Huldigung an König Jérôme vor der Orangerie in Kassel, 1810 ©

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pomp and circumstance
König Lustik

Lange bevor Karl Lagerfeld bei Chloé und Chanel die französische Couture eroberte, führte ein Regent aus Frankreich Eleganz und feine Lebensart in Deutschland ein: Der style Empire, den Jérôme Bonaparte (1784–1860) während seiner Herrschaftsjahre 1807 bis 1813 im Königreich Westphalen etablierte, fungierte gewissermaßen als Corporate Design der napoleonischen Satellitenstaaten in Europa. Angefangen bei den Uniformen der Armee über die Bildikonografie bis hin zur Neugestaltung von Architektur und Festkultur der Höfe in Kassel und Braunschweig reichten die nach französischem Vorbild eingesetzten spätklassizistischen Repräsentationsformen.

Mit der nur kurzen, aber in politischer wie kultureller Hinsicht facettenreichen Regentschaft dieses Napoleon-Bruders und ihrer Rezeptionsgeschichte beschäftigt sich die Hessische Landesausstellung 2008 in den Staatlichen Museen Kassel. Im Zentrum der umfangreichen Schau steht – neben der zweifellos glamourösen Hofkultur des als König Lustik verspotteten Statthalters – eine aktuelle wissenschaftliche Interpretation der historischen Figur.

Jérôme Bonaparte importierte in den aus Teilen von Hessen-Kassel sowie ehemaligen preußischen, hannoverschen und braunschweigischen Gebieten zusammengefügten Modellstaat nicht nur französischen Style: Er leitete mit der Einführung des Code Napoléon und einer festgeschriebenen Verfassung im frühen 19. Jahr­hundert auch erste grundlegende Reformen zu einem modernen Verfassungsstaat ein.

  • König Lustik!?
  • Jérôme Bonaparte und der Modellstaat Königreich Westphalen
  • Hessische Landesausstellung 2008
  • 19. März bis 29. Juni 2008
  • Museum Fridericianum mhk
  • Friedrichsplatz 18, 34117 Kassel
  • Telefon 0561 / 316 80-0
  • Öffnungszeiten: Di–So 10–18 Uhr, Do 10–20 Uhr, Feiertage 10–18 Uhr
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