© bpk / Abisag Tüllmann, Berlin
Abisag Tüllmann: Peace Now Demonstration in Tel Aviv, Israel, 1982 ©
© bpk / Abisag Tüllmann, Berlin
Abisag Tüllmann: Rassentrennung am Bahnhof in Kapstadt, Südafrika, 1971 ©
© bpk / Abisag Tüllmann, Berlin
Abisag Tüllmann: Zeitungsleserin mit Dackel, 1963 ©
© Deutsches Theatermuseum München, Archiv Abisag Tüllmann, München
Abisag Tüllmann: Margot Bauer und Peter Brombacher bei einer Probe zu Rotter von Thomas Brasch im Schauspielhaus des Württembergischen Staatstheaters, Stuttgart 1977 ©

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die fotogräfin

Ein bisschen Lokalpatriotismus sei erlaubt an dieser Stelle: Künst­lerinnen und Künstler im Range von Frankfurt Internationals gibt es nicht erst seit gestern. Die kleine Großstadt kann da, von Goethe mal abgesehen, auf einige bedeutende Namen verweisen – auf Abisag Tüllmann (1935–1996) zum Beispiel. Anlässlich ihres 75. Geburtstages widmet das Historische Museum Frankfurt der vielseitigen Fotografin posthum eine große Werkschau.

Bilder von Abisag Tüllmann sind vielen sicher vertraut, ihre eindringlichen Zeitanalysen haben bereits zu ihren Lebzeiten Foto- und Pressegeschichte geschrieben. Eine umfassende Bearbeitung ihres Gesamtwerkes steht jedoch noch aus. Nach einer ersten wissenschaftlichen Sichtung und Auswertung ihres bisher unveröffentlichten Nachlasses wird die Ausstellung und der begleitende Katalog nun das breite Spektrum ihres bildjournalistischen, künstlerischen und theaterfotografischen Werkes zusammenführen.

Abisag Tüllmann, 1935 in Westfalen geboren, kam 1957 nach Frankfurt und begann dort auch ihre Tätigkeit als freie Bildjourna­listin. Sie fotografierte für Zeitungen, Zeitschriften, Museen, Galerien, Firmen und war bis zu ihrem Lebensende in allen wichtigen internationalen Publikationsorganen vertreten. Zusammen mit den Frankfurter Fotografinnen Barbara Klemm und Erika Sulzer-Kleinemeier gehört Tüllmann zu den großen Dokumentaristinnen des Zeitgeschehens in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sie begleitete mit zahlreichen Reportagen die aktuellen politischen und sozialen Bewegungen im Deutschland der 1960er Jahre ebenso wie die postkolonialen Umbrüche auf dem afrikani­schen Kontinent und den israelisch-palästinensischen Konflikt.

In ihrer Anteil nehmenden, immer respektvollen Dokumentarfotografie beschäftigte sich Tüllmann auch intensiv mit den Alltagsbedingungen sder Menschen im städtischen Umfeld: „Fotografieren ist für mich zuschauen; möglichst genau sehen.“ Bereits 1963 erschien mit dem Fotobuch Großstadtein zeithistorisches Porträt ihrer Wahlheimat Frankfurt.

Schon bald begann Abisag Tüllmann mit der Theaterfotografie, in der sie ebenfalls ein eigenständiges, umfangreiches Werk hinterließ. Dieses Œuvre aus ihrer jahrzehntelangen Zusammenarbeit mit Regisseuren wie Claus Peymann, Ruth Berghaus, Luc Bondy, Peter Stein, George Tabori und Robert Wilson an internationalen Sprech- und Musikbühnen verwahrt das Deutsche Theatermuseum in München. Aus diesem sowie dem Bestand des Bildarchivs Preußischer Kulturbesitz, in dem sich das journalistisch-künstlerische Werk und Teile des schriftlichen Nachlasses von Abisag Tüllmann befindet, wird eine Auswahl von rund 450 Schwarzweiß-Fotografien, Farbprojektionen und Printprodukten zu sehen sein. Filmdokumente und Interviews mit WegbegleiterInnen rekonstruieren die Arbeitsweise der Künstlerin.

Die Hessische Kulturstiftung fördert dieses herausragende Projekt unter anderem gemeinsam mit der neu gegründeten Abisag-Tüllmann-Stiftung.

  • Abisag Tüllmann (1935–1996)
  • Bildreportagen und Theaterfotografie
  • 24. November 2010 bis 27. März 2011
  • Historisches Museum Frankfurt
  • Saalgasse 19
  • 60311 Frankfurt am Main
  • Telefon 069 / 21 23 55 99
  • Öffnungszeiten Di – So 10 – 18 Uhr, Mi 10 – 21 Uhr
  • www.historisches-museum.frankfurt.de
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