unsign. u. undat., Öl/Lwd., 92,5 × 79,5 cm
Wilhelm Bendz: Wilhelm von Kaulbach, 1832 ©

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maler auf reisen

In dänisch-deutscher Gemeinschaftsproduktion ist das Porträt von Wilhelm von Kaulbach (1804 –  1874) entstanden. Der Maler und Illustrator Kaulbach begründete eine Künstlerdynastie in Arolsen und gilt als einer der wichtigen Vertreter des Spätklassizismus und Historismus. Den gleichaltrigen Dänen Wilhelm Bendz lernte er in seiner Münchner Zeit kennen, wo Kaulbach auf Empfehlung seines Lehrers Peter von Cornelius erste Aufträge ausführte.

Bendz war mit einem Reisestipendium in Südeuropa unterwegs. Nach der Ausbildung bei Christoffer Wilhelm Eckersberg an der Königlichen Akademie Kopenhagen hatte er sich auf das Genre- und Porträtfach spezialisiert. Nach Aufenthalten in Dresden und Berlin verbrachte er 1831 / 32 einige Zeit in der Münchner Künstlerszene, dort entstand auch sein Hauptwerk Der Künstlertisch im Finkschen Kaffeehaus. Wilhelm Bendz, der anschließend nach Vicenza weiterreiste, starb dort noch im Herbst desselben Jahres an einer Lungenentzündung.

Das Bildnis des Malerkollegen Kaulbach hat Bendz, nicht ungewöhnlich für Prominentenporträts, in zwei Fassungen angelegt: Die in einem etwas größeren Format gehaltene erste Version hat 2009 das Statens Museum for Kunst in Kopenhagen erworben, während die hier vorliegende Zweitfassung aus dem Besitz der Nachkommen Kaulbachs für das Museum Bad Arolsen angekauft werden konnte.

An einigen Stellen unvollendet, überzeugen die von Bendz fein ausgearbeiteten Materialtexturen und die gut beobachtete, etwas dämonische Charakterisierung Kaulbachs. Wie in der ersten Fassung hat Bendz neben der Figur auch die Lichtführung im Bild angelegt, während der Abendhimmel im Hintergrund von dem mit Bendz befreundeten deutschen Maler Christian Morgenstern stammt.

  • Wilhelm Bendz (1804 – 1832)
  • Porträt Wilhelm von Kaulbach, 1832
  • Museum Bad Arolsen
  • Kaulbach-Haus
  • Kaulbachstraße 3
  • 34454 Bad Arolsen
  • www.museum-bad-arolsen.de
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