© hmf, Fotos: H. Ziegenfusz
geöffneter Zustand v. lks. n. re.: Geburt Mariens, die Heilige Sippe, Tod Mariens ©
Meister von Frankfurt, Annenretabel aus der Dominikanerkirche, um 1504
Außentafel: Halbgrisaille mit Darstellung der Heiligen Ottilia und Cäcilia ©

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patroninnen in situ

„Heilige Ottilia und Heilige Cäcilia wieder zuhause“, titelte das Historische Museum Frankfurt anlässlich der Eröffnung der großen Dauerausstellung Frankfurter Sammler und Stifter im August. Die beiden Heimgekehrten gehören zu dem um 1500 entstandenen Annenaltar, ein Glanzstück des Hauses, das zurzeit in vollständiger Pracht in den bereits sanierten und wieder zugänglichen Altbauten zu bewundern ist.

Das Altarwerk eines unbekannten flämischen Meisters mit dem Notnamen Meister von Frankfurt, in Auftrag gegeben von einem ebenfalls nicht identifizierten Frankfurter Bürger, gehörte zum 1808 säkularisierten Kirchenbesitz des Dominikanerklosters und befand sich seither im Bestand des Frankfurter Museums. Die dreiteilige, nur zu Festtagen geöffnete Malerei im Inneren zeigt Szenen aus dem Marienleben, während auf den Tafeln der Werktagsseite und den beiden Predellen jeweils zwei Heilige in mit nur wenigen farbigen Akzenten versehener Grisaillemalerei dargestellt sind: Zur Zeit der Übergabe allerdings war der Altar bereits zerlegt in einzelne Malflügel, die Tafel mit den beiden Patroninnen fehlte, ebenso die Predellenbilder.

Wahrscheinlich kamen sie damals auf den Kunstmarkt und in Privatbesitz. Die Provenienz der jetzt wieder erworbenen Grisailletafel lässt sich weitgehend nachvollziehen. Sie gelangte aus der Berliner Sammlung Matthiesen 1928 in den Besitz des niederländischen Händlers und Sammlers Jacques Goudstikker. Dessen Privatsammlung wurde 1940 von nationalsozialistischen Kunsträubern beschlagnahmt und in Teilen von Hermann Göring aufgekauft.

Erst im Zuge der Aufklärung und Restitution von Raubkunst fand die Odyssee der beiden heiligen Damen ein Ende: Das Tableau wurde, inzwischen im Besitz des niederländischen Staates, 2006 der in New York lebenden Erbin von Goudstikker zurückgegeben und schließlich konnte im vergangenen Jahr das fehlende Altarbild u. a. mit Unterstützung der Hessischen Kulturstiftung wieder für das Frankfurter Museum angekauft werden.

Nun ist, zusammen mit den Leihgaben der beiden Predella-Tafeln aus dem Besitz der Stuttgarter Staatsgalerie, der gesamte Altar im Historischen Museum Frankfurt anzuschauen. Wir empfehlen Ihnen einen Besuch!

  • Annenaltar des Meisters von Frankfurt, um 1504
  • Historisches Museum Frankfurt
  • Fahrtor 2 /Römerberg, Frankfurt am Main
  • Telefon 069 / 21235154
  • Öffnungszeiten Di – So 10 – 18 Uhr, Mi 10 – 21 Uhr
  • www.historisches-museum.frankfurt.de
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