Marmor, 84,5 × 90,2 × 58,4 cm, Royal Academy of Arts, London, Foto: © Royal Academy of Arts, London
Thomas Banks (1735 – 1805): Fallender Titan, 1786 ©

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Durch das Höllenmaul, das den Eingang der eben wieder eröffneten Bibliotheca Hertziana fasst, sind schon viele gegangen, ebenso durch die Ateliers der Deutschen Akademie Villa Massimo: Für reisende Künstler und die Kunstwissenschaft war und ist Rom reich und sexy.

In der von Kuratorinnen des Frankfurter Liebieghauses und des Städel Museums gemeinsam konzipierten Ausstellung zum europäischen Klassizismus wird der Versuch unternommen, künstlerische Produktionen dieser Stilepoche in einem kritischen Überblick zu differenzieren, zeitgenössische politische und soziale Einflüsse in der Auseinandersetzung mit der Antike zu beschreiben und hinzuweisen auf deren kreative Impulse für nachfolgende Künstlergenerationen.

Lokaler Ausgangspunkt für die Schau, in der rund 100 zentrale Skulpturen, Grafiken und Gemälde zu sehen sein werden, ist das Kunstgeschehen in der italienischen Metropole in den Jahrzehnten um 1800. Rom war schon seit dem späten Mittelalter obligatorische Station auf der Grand Tour adeliger Bildungsreisender; in der frühen Aufklärung und für den Klassizismus wurde der deutsche Archäologe und Kunsthistoriker Johann Joachim Winckelmann (1717 – 1768) trendsetzend. Winckelmann lebte und arbeitete lange Zeit in Rom, seine Schrift Gedanken über die Nachahmung der Griechischen Wercke in der Mahlerey und Bildhauer-Kunst von 1755 gilt als begründende Theorie für die Antikenrezeption des Klassizismus. In seiner Spur zogen Hunderte von bürgerlichen Künstlern, Schriftstellern und Wissenschaftlern aus ganz Europa in die Stadt und lebten dort oft über Jahre in großen Künstlerhäusern, wie etwa dem Palazzo Zuccari, in dem am Ende des 19. Jahrhunderts die Kölnerin Henriette Hertz als „Centrum des cosmopolitischen Geisteslebens der ewigen Stadt“ einen Salon und später die Bibliotheca Hertziana einrichtete. Die stilistische Bandbreite, die sich in diesem Klima der römischen Bohème entwickelte und in die Heimatländer der reisenden Künstler weitergetragen wurde, will die Frankfurter Ausstellung im Kontext der Veranstaltungsreihe Impuls Romantik des Kulturfonds Frankfurt RheinMain auffächern.

  • Schönheit und Revolution. Klassizismus 1770 – 1820
  • 20. Februar bis 26. Mai 2013
  • Städel Museum
  • Schaumainkai 63
  • 60596 Frankfurt am Main
  • Telefon 069 / 605 09 80
  • Öffnungszeiten Di, Fr – So 10 – 18 Uhr, Mi, Do 10 – 21 Uhr
  • www.staedelmuseum.de
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