Zeichnung, Kreide, Pinsellavierung, 16,4×22,2 cm,
Claude Lorrain: Ländlicher Tanz, 1645 – 50 ©

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Die Hessische Kulturstiftung hat im laufenden Geschäftszeitraum 2007/08 zwei weitere Ankäufe für das Städel Museum in Frankfurt am Main gefördert, die wir Ihnen gerne vorstellen möchten: Der Singende junge Mann des Niederländers Dirck van Baburen und der Ländliche Tanz aus der Hand des französischen Künstlers Claude Lorrain sind beide in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts entstanden.

Dirck van Baburen (1595 – 1624) reiste nach seinem Malereistudium in Utrecht 1612 nach Rom, um – wie viele seiner Zeitgenossen – dort die Arbeiten der italienischen Kollegen kennen zu lernen und neue Märkte zu erschließen. Sein deutlich unter dem Einfluss Caravaggios stehendes Bild ist nach seiner Rückkehr nach Utrecht entstanden. Handfeste Darstellungen von Musikan­ten und Sängern in der typisch caravaggesken Handlungs- und Affektdramatik waren um und nach 1600 bei den Utrechter Malern sehr beliebt. Baburens Gemälde zeigt eine eigenständige Rezeption des Genres, das die Sammlung niederländischer Malerei des Städel Museums um eine wichtige malerische Position – auch in Vorbereitung auf Rembrandt – hervorragend ergänzt.

Der Maler und Radierer Claude Gellée (1600 – 1682), nach seiner Lothringer Herkunft genannt Le Lorrain, ging schon als junger Mann um 1613 nach Italien, wo er, unterbrochen von nur kurzen Abstechern nach Frankreich, zeit seines Lebens arbeitete. Seit den späten 1630er Jahren war Lorrain nicht nur in Rom, sondern in ganz Europa bekannt als Meister der klassischen Landschaft. Die sorgfältig ausgearbeitete Studie einer arkadischen Tanzszene stammt aus einem schon um 1700 angelegten Konvolut von Lorrain-Zeichnungen und ist beidseitig bearbeitet. Das nach einem New Yorker Kunsthändler benannte Wildenstein-Album wurde in den 1960er Jahren aufgelöst und die durchweg qualitätvollen Blätter einzeln verkauft. Die feine Kreide und Pinsel-Zeichnung konnte 2008 als eines der letzten Stücke aus diesem Band für die Grafische Sammlung des Städel Museums gesichert werden.

  • Städel Museum
  • Schaumainkai 63
  • 60596 Frankfurt am Main
  • Telefon 069 / 60 50 98-0
  • Öffnungszeiten Di, Fr – So 10 – 18 Uhr, Mi, Do 10 – 21 Uhr
  • www.staedelmuseum.de
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