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sommer 2018

Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser,

Sargbaukunst im Sommerheft? In unseren Breiten ist das wohl eher ein Thema für Herbst- und Winterausgaben, obwohl Twilight-Zonen natürlich keine saisonalen Beschränkungen haben. Wahrnehmungsgewohnheiten wie auch diese beschäftigen unseren Stipendiaten Martin Wenzel im eigenen kulturellen Umfeld und mit erweitertem Blick in die (post-)koloniale figürliche Bestattungskultur des afrikanischen Volkes der Ga. Eine interkulturelle Begegnung zwischen Gegenwartskünstlern und Kunstformen, die unseren Umgang mit dem Tod und den Verstorbenen revidieren können. Vielleicht ist ja eine Bestattung in Kudjoe Affutus Centre Pompidou-Sarg schon längst manches Künstlers oder Kunsthistorikers Traum?

Internationale Beziehungen stehen im Zentrum dieses Newsletters, so auch die Erwerbungsförderungen für das Museum Angewandte Kunst in Frankfurt am Main und das Christian Daniel Rauch-Museum in Bad Arolsen. Massenmediale Produktionen aus der Frühzeit des europäisch-japanischen Kulturkontakts, bislang kaum als sammlungswürdig erachtet, konnten für das Frankfurter Haus aus zwei privaten Spezialsammlungen angekauft werden. Eine kleine Sensation für die Fachwelt – wie auch das Angebot einer bisher völlig unbekannten Skulptur des Deutsch-Römers Emil Wolff, die erst jetzt für die Forschung zugänglich wird.

Auf europäischer Ebene vernetzt und mit Planungen weit über das Realisierte hinaus hat Landgraf Carl von Hessen-Kassel (1654 – 1730) sein wahrlich kleines Territorium regiert. Die um 1700 gerade mal 170 000 Einwohner zählende Grafschaft entwickelte sich unter seiner Regierung enorm: wirtschaftlich, kulturell und außenpolitisch. Mit neuen Forschungen zu Persönlichkeit und Politik liefert die Landesausstellung im Fridericianum Kassel ein umfassendes Bild des barocken Fürsten.

Aus dem Geschäftsbereich möchten wir Sie gerne auf personelle Veränderungen im Stiftungsrat der Hessischen Kulturstiftung hinweisen: Prof. Dr. Ursula Frohne wurde in das Gremium berufen und wird die Stiftung dankenswerterweise in den nächsten Jahren mitberaten. Frau Frohne lehrt an der Universität Münster im Fachbereich Kunstgeschichte mit dem Schwerpunkt Moderne. Ihre Amtszeit beendet hat Prof. Dr. Susanne Gaensheimer, der wir herzlich für ihre Tätigkeit im Stiftungsrat danken.

Schließlich noch vorab: In Kürze wird die Ausschreibung der Stipendien des 14. Turnus 2019/2020 starten. Die Bewerbungsunterlagen für die Stipendienvergabe 2019/20 stehen voraussichtlich ab 15. Juni 2018 als Download auf der Stiftungswebseite und für den Postversand zur Verfügung.

Einen schönen Sommer wünscht Ihnen

Ihre
Eva Claudia Scholtz
Geschäftsführerin

retrospective

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