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frühling 2012

Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser,

adäquat dem Februar, der begrifflich der Reinigung und auf der Handlungsebene dem Hausputz verpflichtet ist, möchten wir Ihnen im vorliegenden Newsletter frisch renovierte Museen mit neu geordneten Bestands- und Arbeitskonzepten vorstellen.

Eine grundlegende Sanierung hat die Neue Galerie in Kassel erfahren: Das der Kunst der Moderne gewidmete Haus präsentiert nach einer sorgfältigen architektonischen und technischen Modernisierung seine Schausammlung in neu strukturierten Räumen und modifizierter Auswahl. Jetzt beginnend mit der Kunst der Romantik und des Biedermeier fokussiert die dauerhafte Präsentation auf die Schwerpunkte Malerei, Skulptur und Installation. Wirklich brandneu im Bereich aktueller Landschaftsmalerei ist die jüngst erworbene großformatige Arbeit Wall of Light Red Rising des irisch-amerikanischen Künstlers Sean Scully – und ebenso die Meldung, dass die Kunsthistorikerin Dr. Dorothee Gerkens im April in der Nachfolge von Dr. Marianne Heinz die Leitung der Neuen Galerie übernehmen wird.

Entstaubt wurde gleichfalls das altehrwürdige Weltkulturen Museum in Frankfurt am Main. Mit dem nach einjähriger Renovie-rungspause kürzlich wiedereröffneten Ausstellungshaus hat die Leiterin Dr. Clementine Deliss auch eine inhaltliche Neuorientierung vorgestellt – eine erfolgreiche Etablierung ist ihr zu wünschen. Denn es sind die zentralen Fragen und Aufgaben der Gegenwart, für die gerade die materiellen und immateriellen Wissenspotentiale der ethnografischen Sammlungen von großer Bedeutung sein können: Wie wollen wir in unterschiedlichen Kulturen und Gesellschaften leben, wie wollen wir angesichts gewaltiger sozialer und wirtschaftlicher Gegensätze die Zukunft gestalten? Eine neugierige, offene, experimentierfreudige Betrachtung, Bearbeitung und Vermittlung der weltberühmten Frankfurter Bestände ist in einem internationalen Handels- und Finanzzentrum mit Einwohnern aus 170 Nationen gut positioniert.

Auch in Wiesbaden ist Neugier angebracht, hier wird das Ausstellungsgeschehen bis in den Sommer hinein außergewöhnlich unbunt sein. Anlässlich der Verleihung des Jawlensky-Preises an Ellsworth Kelly zeigt das Museum Wiesbaden das schwarze und weiße Werk des amerikanischen Malers und Objektkünstlers. Dem programmatisch strengen Black & White schließen sich die Galerien in der Stadt zeitgleich an.

Nicht zuletzt versprechen wir Ihnen überraschende Seherfahrungen auf der anderen Seite: Dort berichtet unsere Stipendiatin Katja Pratschke über die Zwischenräume des Kinos.

Mit besten Grüßen

Ihre
Claudia Scholtz
Geschäftsführerin

retrospective

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