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frühling 2015

Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser,

mit zahlreichen Neuigkeiten starten wir ins Frühjahr 2015, zuvorderst unsere Empfehlungen für aktuelle Ausstellungen, Buchprojekte und Forschungsvorhaben in Hessen. Dazu Informationen auch von dort, wo Künstler unseres Stipendienprogrammes gerade unterwegs sind. Dass künstlerische, wissenschaftliche und publizistische Kulturleistungen nur in einem respektvollen und solidarischen Umgang mit sich selbst und anderen Menschen ihren gesellschaftlichen Sinn haben, steht für uns außer Frage. Rassismus und Gewalt, wie sie bei den Anschlägen in Paris und an anderen Orten weltweit erfahren werden mussten und müssen, sind durch nichts zu rechtfertigen.

Die Auseinandersetzung mit diesen wesentlichen Fragen unserer Gegenwart prägt auch die Arbeiten unserer neuen Stipendiatinnen und Stipen-diaten für den Turnus 2015/16, die wir Ihnen jetzt vorstellen möchten: Die Atelier-stipendien für Istanbul wurden an den in Hanau geborenen Per-formance-Künstler Murat Adash (*1985) und den in Frankfurt lebenden Naneci
Yurdagül (*1979) vergeben. Während Adash sich mit körperlich-räumlichen Geografien in der Stadt beschäftigen wird, interessiert sich Yurdagül, ebenfalls in performativen und auch skulpturalen Arbeiten, für kalligrafische Kunst an der historischen Architektur Istanbuls.

Im Atelier London wird Elisa Caldana (*1986) in Zusammenarbeit mit
ihrem Künstlerkollegen Diego Tonus ein Filmprojekt zur Frage der war psychosis in der heutigen, von Terror bedrohten Zeit bearbeiten. Lucie Stahl (*1977), die derzeit mit Inkjetprints, Scanner und Harzmaterial zu Alltagsthemen experimentiert, wird ihre Arbeit ebenfalls in London weiterentwickeln.

Im New Yorker Atelier wird Lena Henke (*1982) eine interaktive Plattform gründen und aktuelle Arbeits- und Produktionsweisen in der Kunstszene
diskutieren. Das Künstlerinnenduo FORT, namentlich Jenny Kropp (*1978) und Alberta Niemann (*1982), wird dort eine sich jeden Tag wiederholende
Performance entwickeln, um Rituale und Routinen in der Stadt sichtbar zu machen.

Im Atelier Paris wird Filmemacher und Fotograf Mauricio Guillén (*1971) sein Filmprojekt Thermidor umsetzen. Ausgangspunkt dafür sind der im
19. Jahrhundert bekannte Maler und Radierer Charles Meryon und dessen Radierfolge Eaux-fortes sur Paris. Dana Munro (*1978) beschäftigt sich in
ihren Videos und skulpturalen Arbeiten mit dem Körper und seiner Präsenz im Raum. In Paris wird sie die Kunst der Pantomime auf das Verhältnis von
Physikalität und Videoproduktion hin untersuchen.

Die Reisestipendien wurden folgenden Künstlern zugesprochen: Özlem Günyol (*1977) widmet sich der Flüchtlingsthematik des Mittelmeerraums. Sie wird zusammen mit ihrem Künstlerkollegen Mustafa Kunt von Tunesien aus das Mittelmeer nach Sizilien überqueren. Die Reise wird mit Video und Fotografien dokumentiert und installativ verarbeitet. In Installationen und skulpturalen Arbeiten untersucht Yngve Holen (*1982) technologische Standards und Normierungen so unterschiedlicher Systeme wie der Strafjustiz, der plastischen Chirurgie und der Luftfahrtindustrie. Er recherchiert dazu in den USA und Europa. Der in Frankfurt lebende Künstler Patrick Keaveney (*1984) reist nach Papua-Neu Guinea und auf die Salomon-Inseln. Ihn beschäftigen die historischen Einflüsse von Gesellschaften und ihrer Rituale in Bezug auf den künstlerischen Produktionsprozess. Der Städelschulabsolvent Mario Pfeifer (*1981) wird nach Mexico-City, Beirut, Johannesburg, Seoul und Ulan Bator reisen, um eine Videoinstallation zu Fragen der globalen Vernetzung unterschiedlicher Kulturräume und dem Verständnis für Diskonti-nuitäten zu entwickeln. Unter dem Titel Die Köchinnen schlagen zurück unternimmt Anne Speier (*1977) eine kulinarische Reise durch Indien und Frankreich. Ausgangspunkt ihrer Arbeit ist die zelebrierte Gemeinschaft des Kochens. Die Fotografin Franziska von Stenglin (*1984), Absolventin der Städelschule, wird in Vietnam Formen der Auszeit und des gesellschaftlichen Rückzugs im Rahmen eines interkulturuellen Projektes untersuchen.

Ihnen allen ein herzliches Willkommen. Wir freuen uns auf eine konstruktive und aufschlussreiche Zusammenarbeit!

Ihre

Claudia Scholtz

Geschäftsführerin

retrospective

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